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10 Dinge, die in Deutschland nach einem Japan-Aufenthalt nerven

10 Dinge, die in Deutschland nach einem Japan-Aufenthalt nerven

28 Kommentare

Kaum ist man zurück in der deutschen Heimat und genießt die erste gute Bio-Hofpfisterei-Stulle mit frischen Obazda, fallen einem direkt die Dinge auf, die bei uns in Deutschland irgendwie nicht ganz so toll sind, wie in Japan. Ja, ich lebe gerne in Deutschland, aber ein paar Dinge nerven mich direkt nach einem Aufenthalt in Japan ungemein.

Und damit bin ich nicht alleine! Ich habe die Frage mal in meinen Twitter-Feed geworfen und habe echt viel Feedback bekommen! Einerseits hat es mich in meinen eigenen Wahrnehmungen bestätigt und andererseits hat es mir die Gelegenheit gegeben, über neue Aspekte nachzudenken. Vielen Dank an alle auf Twitter, die mich mit ihren Tweets bei der Auswahl dieser Punkte unterstützen!

1. Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub, Ticket kaufen und ab in die U-Bahn, sich über den Sitzplatz freuen und noch ein bisschen auf dem Kindle lesen – doch schon klingelt das Handy meines Gegenübers! Nach einer halben Ewigkeit ist dies auch endlich gefunden und die gesamte Fahrt wird sich über belangloses Zeug ausgetauscht. Situationen wie diese kennt jeder.

Bahn fahren in Tokyo In vielen japanischen Bahnen gibt es Hinweis-Schilder, dass man aus Rücksicht seiner Mitmenschen sein Handy lautlos stellen und Telefongespräche unterlassen soll. Und tatsächlich halten sich fast immer alle daran. Auch laute (!) Gespräche mit Sitznachbarn sind eher unüblich – gerade in voll besetzten Zügen. Sehr angenehm!

2. Wechselgeld

Ich weiß nicht, wie es bei euch im Geldbeutel aussieht, aber Scheine und Kleingeld haben bei mir getrennte Fächer. Deswegen ist das in Deutschland immer etwas lästig, wenn man das Wechselgeld in Scheinen und Kleingeld auf einem Haufen zurückkriegt. Geld abheben bei 7/11 Wenn man in Japan sein Wechselgeld bekommt, dann werden die Rückgeld-Scheine immer nett vorgezählt von einem Mitarbeiter und rüber gereicht. Und erst, wenn man diese eingesteckt hat, bekommt man das Münzgeld. Hach, war das schön!

3. Netflix Angebot

Erst im September 2015 startete Netflix mit seinem Streaming-Angebot in Japan und hat bereits jetzt für Japan-Fans ein besseres Serien-Angebot zu bieten als das deutsche Pendant. Es gibt unzählige Anime (auch Klassiker), Dramas und japan-spezifische Dokus. UND die neue House of Cards-Staffel, während Deutschland noch ausharren muss. Neid!

4. Getränkeautomaten

Durstig sein muss in Japan niemand, denn an jeder Ecke stehen Getränkeautomaten rum, an denen man gekühlte, oder in der kalten Jahreszeit auch gewärmte, Getränke bekommt. Die Preise sind zwar etwas teurer als im Supermarkt oder Combini, trotzdem immer noch okay.

Bei unseren Radltouren in Japan ist das immer wieder ein Segen. Während wir in Deutschland unsere  Wasserflaschen rumfahren, können wir in Japan einfach nur am nächsten Getränkeautomaten anhalten und bekommen gekühltes Wasser. Ach, ist schon nett und bequem! Das Angebot an Getränkeautomaten in Deutschland ist meist eher schlecht. Entweder sind die Getränke ziemlich überteuert oder die Automaten sind alt, schlecht gewartet und schlucken dein Geld – wenn sie es überhaupt annehmen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber in Deutschland kommen mir die Automaten immer „schmuddelig“ vor. . .

5. Raucher

Keine falschen Hoffnungen: Natürlich gibt es auch in Japan Raucher. Als jemand der in Bayern wohnt, genieße ich als Nichtraucher das Rauchverbot. Seit 2010 darf in Restaurants und Kneipen in Bayern nicht mehr geraucht werden. In Japan gibt es das nicht und so kann es immer wieder vorkommen, dass man in grauenhaften Raucher-Cafés landet. Meistens gibt es getrennte Bereiche für Raucher und Nichtraucher und tatsächlich funktionieren die Abzugssysteme hier (oft) gut genug, dass man selbst wenige Tische weiter kaum Rauch einatmen muss.

Raucherecke Japan Taketomi Okinawa

Auch am Strand von Taketomi (Okinawa) gibt es eine Raucher-Ecke

Aber es gibt in vielen japanischen Städten Rauchverbote auf den Straßen. An allen Ecken gibt es Raucherinseln, wo sich die Raucher treffen und an ihren Zigaretten ziehen. In öffentlichen Gebäuden gibt es auch oft extra Raucher-Räume, alles immer fein ausgeschildert. In Japan kommt (fast) niemand auf den Gedanken sich eine Zigarette beim Gehen, in der Bushaltestelle, auf der Rolltreppe nach oben von der U-Bahn oder in einer Warteschlange anzuzünden. Und ich liebe es! Klar, es gibt immer Leute, die sich nicht dran halten und wenn Party-Zeit ist, dann sehen es viele nicht mehr so eng, trotzdem klappt es. (Angeblich gibt es wohl Geldstrafen, wenn man erwischt wird?)

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In Deutschland ist dafür wenig Verständnis da, wenn ich mich „an der frischen Luft“ über Raucher beschwere. Oft heißt es nur: „Ja, stell dich doch woanders hin“, danke auch!

6. Bahnfahren

Bahn fahren in Japan kommt mir immer wieder viel durchdachter und bequemer vor als in Deutschland. Ich denke, dies liegt zu großen Teilen daran, dass in Japan sehr viele Unternehmen am Zugverkehr beteiligt sind. Der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Unternehmen hat sicherlich den Vorteil, dass immer weiter optimiert wird. Es gibt daraus resultierend auch einige Nachteile. Wie die Tatsache, dass man manchmal zwischen den verschiedenen Betreibern nicht einfach umsteigen kann, ohne ein neues Ticket zu lösen – und das in der gleichen Stadt. Auch die Bahnhöfe werden manchmal ziemlich groß und verwirrend, wenn man die Bereiche sucht, wo Zugbetreiber XYZ jetzt seine Züge abfahren lässt.
Bahn fahren in Japan Snow Monkey Express Nagano

Ich mag, dass Züge in Japan geräumiger sind, dass es (fast) immer funktionierende Toiletten gibt, dass auf Bahnsteigen die Türen eingezeichnet sind und die Leute viel gesitteter ein-und aussteigen. In vollen Regionalzügen muss man nicht erst darauf hinweisen, dass man doch auch in die Gänge durchgehen sollte, die Leute machen es bereits einfach. In manchen Zügen gibt es sogar extra Raucher-Räume. (Brauch ich jetzt nicht wirklich, aber wer es mag…?)

7. Convience Food

Es gibt Mittagspausen, da bin ich verzweifelt auf der Suche nach Essen: Das Kantinenangebot gefällt mir nicht, mitgenommen habe ich auch nichts und das Angebot in den umliegenden Imbiss-Buden und Restaurants taugt mir gerade auch nicht. . . also geht’s in den Supermarkt und ich erinner mich traurig an die Tage in Japan. In den dortigen Supermärkten gibt es ein riesiges Angebot an frischen Convience Food, dass weit über die uns bekannten Salate und Sandwiches hinausgeht. Für jeden Geschmack gibt es abwechslungsreiche Kreationen.

Im japanischen TV haben wir vor einiger Zeit eine Doku gesehen, wo am Beispiel von belegten Sandwiches gezeigt, wie frisch die Produkte hergestellt werden und in die Läden kommen – da lagen teilweise nicht mal 2 Stunden dazwischen!

 

8. Öffnungszeiten im Einzelhandel

Ja, in vielen Teilen Deutschlands ist es mittlerweile normal, dass Supermärkte bis 21 Uhr oder länger geöffnet sind, aber in München muss man bis 20 Uhr alles erledigt haben. An manch langen Arbeitstagen ist an einen Einkauf am Abend nicht mehr zu denken. Wir feiern schon eine Party, wenn wir außerhalb Bayerns einen geöffneten Supermarkt am Abend finden – wie geht es uns da erst in Japan? Tja, man gewöhnt sich ziemlich schnell daran, dass an wirklich jeder Ecke ein Combini steht, der 24-Stunden geöffnet hat.

Shoppen Japan

Shopping auch am Sonntag!

Auch Supermärkte haben oft lange geöffnet, wenn es nicht sogar gleich ein Markt ist, der rund um die Uhr geöffnet hat. Auch shoppen ist ein bisschen lockerer, weil am Sonntag die Geschäfte geöffnet haben. Dafür gönnen sich viele Restaurants, Geschäfte oder Museen gerne mal unter der Woche einen Ruhetag – da sollte man sich vor seinem Besuch besser informieren, wenn man nicht vor geschlossenen Türen stehen will.

9. Essen gehen

Während unseren Reisen durch Japan besucht man doch häufiger Cafés, Restaurants und Bars und kann da deutliche Unterschiede zu den Abläufen bei uns in Deutschland erkennen. So bekommt man in Japan immer Wasser oder Tee, sobald man in einem Restaurant Platz nimmt. Oft wird es sogar von aufmerksamen Bedienungen nachgeschenkt. Ich liebe das und ganz ehrlich: es spart mir Geld, da ich oft auf ein weiteres Getränk verzichte.

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Wenn man bestellen möchte, gibt es in den Restaurant-Ketten und Schnellimbissen meistens Klingeln um die Bedienung zu rufen. Und wenn es die nicht gibt, dann reicht ein gerufenes „Sumimasen“ und die Bedienung steht kurze Zeit später am Tisch, um die Bestellung aufzunehmen.

Und der beste Punkt: Der Kunde entscheidet, wann gezahlt wird! Ihr seid mit dem Essen fertig und wollt zahlen, aber der Kellner kommt und kommt einfach nicht? Ich denke jeder von uns war schon mal in dieser Situation. In Japan zahlt man nicht am Platz, sondern an einer Kasse am Ausgang. Die Rechnung wurde in den meisten Fällen vorher bereits am Tisch deponiert und wird zur Kasse mitgenommen, um zu zahlen.

10. Öffentliche Toiletten

Wenn es sie denn gibt! In Deutschland darf man  eigentlich nicht unterwegs mal auf’s Klo müssen. Denn hier sind öffentliche Toiletten entweder total verdreckt, zerstört, kostenpflichtig (dann immerhin mehr oder weniger sauber) oder „Nur für Gäste“. Puh.

Wohingegen ich in Japan nie, aber wirklich und wahrhaftig NIE, lange nach einer öffentlichen Toilette suchen musste. Sie sind einfach überall und sie sind wahnsinnig gut gepflegt. Es gibt heile Spiegel, Klopapier und selbst in der abgelegenen Bushaltestelle in den Bergen von Ainokura erwartete mich eine beheizte Klobrille. Ich weiß nicht, wie Japan dies organisiert (und bezahlt), aber ich liebe es. Wirklich. Wenn ihr dachtet, ich bin unausstehlich, wenn ich Hunger habe…es ist schlimmer, wenn ich auf’s Klo muss.

Und jetzt seid ihr dran? Welche Dinge vermisst ihr an Japan, die hier in Deutschland ganz anders gemacht werden? Ich freue mich auf eure Geschichten!

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Laura 26. April 2016 - 9:14

Aaahhh, Stephie T_T Spontaner Verzweiflungsschrei, vielleicht hast du ihn gehört XD Ich möchte gerne alles zehnmal so unterschreiben! Nur bei den Toiletten vielleicht, da gibts auch in Japan ziemliche meh Versionen von (Enoshima, die Stehtoiletten… Wobei die wohl für uns einfach Gewöhnungssache sind). Beim Bahn fahren finde ich neben den Erklärungen auf dem Boden vorm Einsteigen auch immer noch super, dass man sich gesittet anstellt und nicht in die Wägen prügelt wie in Deutschland. Wenn ich hier Bahn fahren muss, erfordert das schon immer einen Schlachtplan und Reservierungen sind ja auch quasi Pflicht mittlerweile (nur damit sie dann nicht funktionieren oder der Zug ausfällt), in Japan hatte ich bisher nicht einen einzigen vollen Shinkansen und selbst wenn mal jemand neben uns saß, war immer noch massig Platz. Ekiben sind ja auch so ein Ding. Was würd ich dafür geben, wenn es hier sowas gäbe! Allgemein frisches „Fertigessen“. Wenn ich mir da die Sachen hier im Supermarkt anschaue, sind sie entweder nur für die Mikrowelle zum Aufwärmen oder super teuer, aber nie wirklich frisch. Und vor allem gibt es wirklich gar nicht die Auswahl, es sind immer die gleichen Sachen. Von Getränken fang ich erst gar nicht an. Ich hab mal naiverweise einen grünen Tee hier gekauft, nur um dann festzustellen, dass er voll mit Stevia war. Ich liebe den ungesüßten grünen Tee, den man in Japan überall bekommt (und C.C. Lemon!). Zum Glück ist bald August :/

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Kumo 26. April 2016 - 9:23

Ach du bist ja süß! Du fliegst im August wieder? Wie lange bleibst du drüben?

Zu den Stehtoiletten – meinst du die zum Hocken? Mit denen hab ich voll kein Problem, weil ich mich immer freu, dass man da keine Ekel-Klobrillen oder so berühren muss. Nur einmal fand ich’s nicht so geil, weil da ein Mädel während seiner Regelblutung nicht ganz so zielsicher war. Aber hey, ich hab auf deutschen öffentlichen Toiletten schon ganz andere Dinge gesehen (vollgesaugte Binden am Waschbecken. XD)

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Laura 27. April 2016 - 8:05

Die ersten 1,5 Wochen bin ich drüben, aber dieses Mal nur „spontan“, weil für Konzerte. Kannst dir vorstellen wie teuer der Flug war als ich vor nem Monat gebucht hab, weil Hauptreisezeit… XD

Ich hab letztes Jahr einfach nachgegeben und endlich die Hocktoiletten benutzt, am Tokyo Dome vorm Konzert kann man sich das ja nicht so einfach aussuchen xD Gibt definitiv schlimmeres, grad hier in Deutschland, aber wie du schon gesagt hast, hier geht man ja quasi nicht auf öffentliche Toiletten.

Da fällt mir grad noch was ein, das ich definitiv sehr vermisse (nicht im Zusammenhang mit Toiletten xD): dass man wirklich an jeder Ecke was zu essen findet. Und in meist guter Qualität und mit guten Preisen. Wir hatten letztes Jahr ein winzig kleines Lädchen auf dem Weg zur Bahnstation/Heim, das Bento verkauft hat für 280yen. Das haben wir in der letzten Woche quasi nur noch geholt zum Abendessen. Kann man hier natürlich auch machen, aber wahrscheinlich nicht ein ganzes „Menü“ (ich hatte meistens Hamburger, Tamagoyaki, Reis und ein bisschen Gemüse) für den Preis. Und dann noch relativ gesund und frisch gemacht.

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Casa Selvanegra 26. April 2016 - 11:32

Was ein netter Bericht! So toll und amüsant geschrieben
xo & liebste Grüße
Sina von https://CasaSelvanegra.com

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DrinkLabor 26. April 2016 - 12:54

Wahrlich da kommt mir vieles bekannt vor und ich kann Euch wirklich Recht geben. Mir fällt noch das organisierte Schlangestehen ein, ohne das jemand drängelt. Was die Handybenutzung angeht, kann ich nicht viel zu sagen. Als ich 1992 da war, waren Smartphones noch Since Fiction. Ein schöner Beitrag, der einen auch mal wieder über deutsche Eigenheiten oder Unarten nachdenken lässt.

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Akari 26. April 2016 - 19:17

Kann ich so unterschreiben. Ich stimme dir in allen Punkten zu!
Besonders die Getränkeautomaten und das Bahnfahren waren nach der Rückkehr sehr nervig. Es ist unglaublich wie still eine Menschenmasse in einer Tokyoter U-Bahn sein kann!

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danikitten 27. April 2016 - 0:30

Als Björn und ich von unserer ersten Japanreise zurück gekommen sind meinte Björn noch im Shuttlebus vom Ankunftterminal zum Hauptgebäude ‚Das Rumgemecker hab ich nicht vermisst.‘
Weil halt direkt einer am Fluchen und Motzen war der Bus solle endlich los, weil er sonst seinen Zug nicht erwischt.
Book-Offs fehlen mir – die sind ganz großartig XD

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Nicole von CicoBerlin 28. April 2016 - 14:40

Oh man, du schreibst mir aus der Seele. Ich bin auch erst seit kurzem von meiner Japanreise zurück und hatte mich auf zu Hause, meine Liebsten und auch das Essen echt gefreut.
Aber Bahnfahren, die Höflichkeit der Japaner, und auch die Sauberkeit von einfach allem (du hast es ja geschrieben: öffentliche Toiletten habe ich noch nirgends so häufig und so sauber gesehen), das fehlt hier echt. Zumindest was die Höflichkeit angeht, versuche ich ein wenig was zu importieren;)

Zu dem Punkt hab ich auch etwas in meinem Blog geschrieben: http://cicoberlin.com/2016/04/12/hiroshima-japan/

Japan hat mich echt verzaubert, ich werde dieses vielfältige Land auf jeden Fall noch einmal bereisen, also bleibt ja noch die zeitlich unbestimmte Vorfreude auf Ramen, entspannte Zugfahrten und die japanische Höflichkeit:)

LG
Nicole

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Kumo 5. Mai 2016 - 22:40

Ich muss noch immer deinen letzten Blogpost lesen! Durch die re:publica und eine Veranstaltung am WE davor häng ich echt hinterher!

Ich hab mir auch vorgenommen, gerade wenn ich Kundenkontakt habe, dass ich immer ein Lächeln auf den Lippen habe. Erst wenn man von Japan wieder hier zurück ist und z.B. an der Supermarkt Kasse von der Kassierein nicht einmal eine Begrüßung und nur eine schlechtgelaunte Fluntsch kriegt, vermisst man die japanische Höflichket. :/

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Lena 1. Mai 2016 - 20:59

Sehr interessant! Da ich noch nie in Japan war, wusste ich einiges garnicht, aber falls es (hoffentlich) mal soweit kommen sollte dass ich dorthin fliege, sind da schon gute Tipps dabei! 😀

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Kumo 5. Mai 2016 - 22:37

Danke für deinen Kommentar! Freut mich, dass ich damit auch etwas neues erzählen konnte, was du noch nicht kanntest 🙂
Ich dachte beim Schreiben öfters „Ach, des weiß doch jeder“…

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monstar89 5. Mai 2016 - 15:27

Oh, das mit dem Bezahlen in Cafes und Restaurants muss ich mir dringend merken. Sonst würd ich da ja ewig sitzen. 😀
Wie ist das denn genau mit den Toiletten? Es soll ja westliche und Japanische geben. Wie erkennt man, dass die Toilette Westlich ist? Also nunmal ne richtige Schüssel hat. 😀

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Kumo 5. Mai 2016 - 22:36

So ging es uns in London in einem Restaurant – wir wussten einfach nicht, wie es läuft und waren mega unsicher, ob wir jetzt gehen und das Geld liegen lassen oder überhaupt. Total anhungslos. 🙂

Also von Außen erkennt man die Art der Toilette nicht. Aber sobald man in den Toiletten-Räumen ist, erkennt man an der Kabinentür, was für eine Art Toilette sich dahinter verbirgt. Ein normales Klo (wie wir es in Deutschland haben) und eben die Stehtoiletten mit diesem hier: http://pictgrambox.blogspot.de/2012/09/232japanese-style-toilet-a4a3.html

Die Stehtoiletten werden aber immer weniger, in den öffentlichen Klo-Häuschen zwar recht häufig vorhanden aber in den neueren Gebäuden immer seltener. Ich muss sagen, ich mag die Stehtoiletten (obwohl man ja hockt) eigentlich ganz gern – weiß immer gar nicht, was alle damit für Probleme haben? 🙂

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monstar89 5. Mai 2016 - 22:56

Oh, stimmt. In London hatte ich auch immer vorn an der Kasse gezahlt. Aber da dachte ich das wäre zufällig in den Lokalen so. 😀 Hatten halt beobachtet wie das andere Gäste machen.

Werden denn sonst beide Toilettenarten zusammen angeboten oder gibt es wenn dann nur die eine oder die andere?
Ich kenne diese Stehtoiletten noch aus dem Urlaub in Rumänien und find die halt irre unbequem und hab auch total Angst, ob ich mir dann nicht die Sachen voll pinkel.
Aber klar, bei einer Schüssel kann man auf öffentlichen Toiletten echt unangenehme Sachen sehen und eine Stehtoilette lässt sich einfacher und schneller reinigen. Aber um Sauberkeit mach ich mir in Japan nicht so einen Kopf.

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Kumo 5. Mai 2016 - 23:02

Also meistens gibt es beide Arten von Klos! Mir ist aber auch bereits aufgefallen, dass junge japanische Frauen auch lieber die Sitz-Toiletten nutzen als die zum Hocken 🙂

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kaikowolfy 7. Mai 2016 - 18:22

Jetzt nach meiner ersten Japanreise vermisse ich auch einiges!
Erst mal die Freundlichkeit der Japaner. Wenn man hier in Deutschland irgendwo was kaufen möchte, schauen einen oftmals total angepisst wirkende Kassierer entgegen, die dich nicht freundlich auf irgendwelche Fehler hinweisen, sondern dich erst mal anmeckern…(Letztens beim Brötchenkauf aus Versehen auf der falschen Seite angestellt. Dabei war die Schlange letztes Mal auf der Seite! -.-)

Die Leute in Japan sind auch so wahnsinnig hilfsbereit! Wenn wir mal irgendwo standen und ein wenig „verloren“ aussahen, sprachen uns sofort Passanten an ob sie helfen können. Hier in Deutschland hat mich noch nie jemand gefragt ob ich mich verlaufen habe, und wo ich hin will, egal wie verzweifelt ich auch aussah. XD

Bei den Getränkeautomaten stimme ich dir auch total zu! Die sind so super praktisch, und die Auswahl ist einfach viel größer. Ich finde es auch sehr praktisch das man dort mit Suica etc. bezahlen kann.

Das Mit dem Wechselgeld ist mir ehrlich gesagt gar nicht richtig aufgefallen. Aber jetzt wo du es sagst…xD

Das dort niemand in der Bahn telefoniert fand ich auch sehr angenehm. Allgemein war es in den Bahnen sehr ruhig, kaum jemand hat sich unterhalten. Fühlte mich teilweise schon schlecht wenn ich mal geredet habe, weil ich dachte ich würde stören. XDD
Die Bahnen sind auch sehr sauber und gepflegt. Da liegt kein Müll rum oder verschütteter Alkohol, keine zerkratzen Fenster oder Gekritzel an den Wänden wie teilweise in deutschen Straßenbahnen…
Vor ein paar Tagen in der Bahn saß jemand neben mir der die ganze Fahrt telefoniert hat und hinter mir waren schreiende und quängelnde Kinder. Das war auch ein Moment wo ich Japan vermisst habe. Japanische Kinder sind auch viel lieber und ruhiger oder?

Und Konbinis sind sowieso die beste Erfindung! Man findet (zumindest in Tokyo) echt alle paar Meter einen. Selbst wenn man mal etwas wichtiges vergessen hat, könnte man selbst mitten in der Nacht noch los.

Da fällt mir grade noch was ein; es gibt fast über all Free Wi-Fi! Deutschland hinkt was das angeht ja noch sehr hinterher. Es gibt ja kaum freies W-Lan außer an großen Bahnhöfen oder Flughäfen. Und wenn ein Laden mal welches anbietet, ist es meist auch nur für die Kunden die was gekauft haben.
Ich habe meine Sakura Sim-Karte in Japan ehrlich gesagt kaum gebraucht, weil es gefühlt einfach überall kostenloses W-Lan gab. xD

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Oliver 25. Dezember 2017 - 16:28

Ich zucke auch immer zusammen wenn mich jemand in Deutschland auf der Straße anspricht 😀
Und Nachbarn kommen immer nur lächelnd auf einen zu wenn sie was wollen, sonst sagen sie nicht mal Hallo…

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Dommie 13. Mai 2016 - 14:55

Als jemand der in Japan lebt verstehe ich die ganzen Punkte.
Mir selbst fehlt in Deutschland wohl am meisten die Pünktlichkeit und Sauberkeit der öffentlichen Verkehrsmittel, das angenehme Einkaufen zu sämtlichen Zeiten und vor allem aber auch der Service allgemein.
Egal ob die Dame an der Kasse oder der Berater im Elektronikbereich, alle sind stehts freundlich.
Keine langen Gesichter und mürrische Kassiererinnen.

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Kumo 13. Mai 2016 - 15:04

Hallo Dommie! Oh, deinen Blog kannte ich noch gar nicht! Werde dir direkt mal folgen! Danke für deinen Kommentar. Erst gestern hatte ich an der Lidl-Kasse so einen Moment: schlecht gelaunte Kassiererin, knallt mir die Ware hin, das Wechselgeld legt sie auch einfach so hin statt in die aufgehaltene Hand und fängt schon mit dem Scan-Vorgang der Waren vom Herrn hinter mir an. Was ein Stress 🙁

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Dommie 13. Mai 2016 - 16:05

Mein Blog ist auch eher sporadisch und meist nicht wirklich interessant 😀
Bin nicht so ein Schreibtalent.
Ja, das alleine ist schon schade und es macht das Einkaufen zur Herausvorderung.
Dabei koennte alles entspannt sein

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Anika 14. Mai 2016 - 12:06

Witzig^^
Ich lebe in Japan und ich wünsche mir nichts sehnlicher als das deutsche Rauchverbot..
Hier herrscht so ein unglaubliches Unverständnis gegenüber der Gesundheitsschädlichkeit..
Wenn man nicht grad in ein besseres oder Family Restaurant geht gibt es keine getrennten Bereiche, Cafes sind meistens voll mit Rauchern (gaaaaanz langsam kommen auch reine Nichtraucher Cafes in Mode) und wenn man nicht grad in der City ist stehen überall die Leute auf der Straße und paffen.. Außerdem hält man sich gerne vor den Raucherbereichen auf, weil es innen zu eng ist..
Ich glaube, ich sollte doch bald mal wieder nach Deutschland fliegen um zu sehen, dass es dort doch nicht besser ist…
Btw. kommen hier jetzt geruchlose Zigaretten in Mode.. Genauso schädlich, aber man riecht nichts.. Nicht grad Sinn der Sache..

Was ich sehr toll finde, ist dass in den Zügen meist noch keine laute Musik gehört wird. Wobei das inzwischen leider auch zunimmt. Die Handyschilder sind übrigens bei den „Behindertenplätzen“ und bitten darum das Handy ganz auszustellen wenn es voll ist (woran sich niemand hält), aber mit dem „nicht telefonieren“ klappt es auch ohne Schilder gut.

Bei meiner letzten Deutschlandreise habe ich mich übrigens gleich am ersten Tag mit einer Deutschen angelegt, die unter dem Dach einer Wurstbude ihren Regenschirm benutzen musste.. Weile ihre geglätteten Haare sonst wieder lockig werden wenn sie naß werden… Und damit ihr Regenschirm rein passte, mussten andere Leute draussen im Regen warten.
Nein, ich vermisse Deutschland nicht wirklich! Nur einige soziale Leistungen, Brot, Käse und Aufschnitt ^_-

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Kumo 17. Mai 2016 - 11:37

Hallo Anika,

danke für deinen Kommentar. Ich lese deinen Blog schon länger und freue mich grad riesig, dass du auch meinen Blog gefunden und den Beitrag gelesen hast. 🙂

Wegen der Raucher-Sache: Ich liebe das Rauchverbot in Bayern. Ich finde es gibt nichts ekligeres als sein Essen im Zigarettenrauch zu essen. Ich hatte auch schon einige Cafes in Japan, die ich sofort wieder verlassen habe, weil mir die Luft drin nicht zusagte. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass in vielen Cafés und Restaurants die Abzüge besser funktionieren als hier in Deutschland. Beispiel: die Kantine bei meiner Firma. Dort darf man, abgesehen von der Mittagszeit, rauchen – trotz Abzügen riecht es aber immer nach Rauch. 🙁

Was mich vor allem in Deutschland stört, ist das „im gehen rauchen“, gerade in engen Menschenmassen oder auch in Wartebereichen. Da bläst man seinen Mitmenschen Abgase ins Gesicht und ist dann ganz verwundert, dass diese darüber nicht glücklich sind. Dies ist mir in Japan nie untergekommen, zumindest nicht in dem Ausmass wie ich es in Deutschland täglich erlebe.

Ich muss sagen, mein Handy aus machen würde ich auch nicht. Lautlos ja, aber aus? Nein danke! Aber solange die Leute nicht telefonieren (und ihre Tastentöne aus haben!) bin ich schon glücklich. 🙂

Brot kann man sich immerhin noch selber backen, ich glaube das würde ich früher oder später machen, wenn ich länger in Japan wäre. Aber die Wurst, oh die würde ich endlos vermissen.

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Anika 24. Mai 2016 - 4:02

Ich lese deinen Blog schon etwas länger ^_-

Stimmt.. In Menschenmassen wird hier normalerweise nicht geraucht. Man muss also nicht wegen Brandlöchern und Zigaretten auf Kinderhöhe aufpassen.
Gerade bei Cafes erhoffe ich mir aber bald mehr rauchfreie! In Familyrestaurants haben sie ja Wände zwischen dem Raucherbereich und dem Nichtraucherbereich und wenn man nicht direkt vor den nicht vorhandenen Türen sitzt, riecht man tatsächlich nichts.
Auch in Restaurants wo nur während der Mittagszeit das Rauchen verboten ist riecht man normalerweise nichts.
Dafür aber in meiner Firma, wenn der Chef bis morgens gearbeitet und nicht gelüftet hat bevor er gegangen ist XD

Warum man seine Tastentöne nicht ausschaltet ist mir auch schleierhaft… Es gibt nichts schöneres als alte Damen, die entweder mit Tastentönen Handspiele spielen oder sehr laut telefonieren, weil sie nicht mehr gut hören können XD

Das richtige Mehl hier zu bekommen ist fast genauso schwer wie Brot.
Beides muss man bestellen.
Ich denke, ich persönlich bestelle dann lieber gleich das fertige Brot^^;;

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Oliver 25. Dezember 2017 - 15:50

Jop die meisten Sachen kann ich abnicken! Ich hätte auch noch einen Punkt 11: Autofahrer auf der Autobahn!

In Deutschland wird ja so dermaßen Rücksichtslos gefahren, das ich die Autobahn hasse! Egal ob ich selbst fahre oder daran vorbeigehe. Ich bin in Japan nie selbst gefahren, sondern immer mitgefahren und ich habe gestaunt wie gesittet man sich dort verhält. Kein Schneiden, Hupen oder unnötiges Überholen. Ach und sauberer war auch der Grünstreifen! Was aber auf den Landstraßen so abgeht^^ *ähm*

Reply
Oliver 25. Dezember 2017 - 16:01

Ja das meiste kann ich hier nur abnicken! Aber ich hätte noch einen Punkt 11: Andere Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn.

Ich finde es immer wieder erschreckend was hier auf deutschen Autobahnen abgeht, daher hasse ich Fahrten auf der Autobahn (selbst wenn ich nur daran vorbeigehe)! Liegt wohl auch daran das ich in der Nähe einer Autobahn wohne. Da war ich echt positiv überrascht was ich in Japan gesehen habe. Kein Schneiden, Hupen oder unnötige/gefährliche Überholmanöver! An die Geschwindigkeitsbegrenzung hat sich auch jeder brav gehalten.
Aber was so auf den Landstraßen abging^^ *ähm*

Reply
Kumo 25. Dezember 2017 - 16:12

Hi Oliver, danke für deinen Kommentar und deine Erfahrung! Ich fahre ja in Deutschland und in Japan nicht Auto, sondern nur Fahrrad – aber meine Erfahrungen sind recht ähnlich. Als Radfahrer auf japanischen Straßen habe ich viel weniger gefährliche Situationen erlebt, als hier in bei uns in der Stadt. 🙂

Reply
Oliver 25. Dezember 2017 - 16:22

Fahrrad fahren fand ich dort jetzt auch recht entspannt. Bin nur in ländlichen Gegenden gefahren und nicht in der Stadt. Wobei im bergigen Japan das Fahrrad nicht so optilmal ist, vor allem wenn man schon abgearbeitet von der Arbeit kommt.

Reply
Kumo 25. Dezember 2017 - 17:07

Wir sind auch schon in de Städten gefahren, wenn man sich nicht gerade auf den Hauptstraßen fortbewegen will, dann ist das schon völlig okay. Elektroräder sind in Japan genau deswegen schon ziemlich weit verbreitet. 🙂

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