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[Kinosaki] Das Onsen-Paradies am Japanischen Meer

[Kinosaki] Das Onsen-Paradies am Japanischen Meer

8 Kommentare

Das kleine Onsen-Städtchen Kinosaki im Norden der Präfektur Hyōgo ist gerade für Tattoo-Träger interessant: die von der Stadt betriebenen Onsen dürfen auch problemlos mit Tattoo besucht werden! Gönnt euch eine kleine Auszeit, spaziert am Kanal im Yukata und genießt die zahlreichen Thermalbäder, denen eine heilende Wirkung nachgesagt wird.

Gif Yukata Geta

Folgt mir nach Kinosaki!

Kinosaki: tattoofreundliche Onsen-Stadt

Wir besuchten Kinosaki Anfang Januar 2017 und übernachten in einem der traditionellen Herbergen (Ryokan) der Stadt. Übernachtungsgäste erhalten einen Pass, der als Eintrittskarte für alle sieben städtischen Onsen genutzt werden kann. Zusätzlich zu den eigenen Onsen, die die meisten Ryokans auch selbst betreiben. Wir haben, neben dem Onsen in unserem Ryokan, leider nur einen sieben öffentlichen Onsen besuchen können. Wahrscheinlich würde ich beim nächsten Mal zwei Übernachtungen einplanen, damit ich den Pass wirklich ausnutzen kann.

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Japanische Kleidung, die vom Hotel gestellt wurde.

Kinosaki ist klein und alles ist fußläufig zu erreichen. Das meiste Leben spielt sich in der Straße mit dem kleinen Fluss ab, der das Stadtbild prägt und wohl zu dem häufigsten  Fotomotiv von Kinosaki gehört.

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Ôtani-Fluss in Kinosaki

Besonders schön finde ich, dass die meisten Besucher traditionelle Yukata (im Winter in einer dickeren Variante mit Jacke) tragen und von ihrem Hotel zu den Onsen der Stadt huschen. Dabei begleitet sie das klack-klack-Geräusch der Geta-Schuhe, die es gerade im Winter mit Eis und Schnee nicht gerade einfach machen, von A nach B zu kommen. (Es ist schon rutschig!)

An den Straßen reihen sich kleine Cafés, Onsen, Hotels verschiedener Preisklassen und unzählige Mitbringsel-Geschäfte aneinander. Auch zwei Konbinis gibt es, die aber mit sehr zurückhaltenden Logos das traditionelle Stadtbild kaum stören.

Im Westen von Kinosaki gibt es auch eine Seilbahn-Station. Von oben kann man bei gutem Wetter wunderbar auf’s Meer blicken. Wer länger in Kinosaki bleibt, sollte die Chance nutzen auch ans Meer zu fahren – bei uns hat die Zeit leider nicht gereicht.

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Überlebenstipp für Onsen-Städte: Trage eine Leggings und ein kleines Handtuch bei dir!

Nach mehreren Japan-Reisen habe ich es endlich gelernt: Da wo es Onsen gibt, gibt es normalerweise auch immer Fußbäder! Und weil Fußbäder einfach das BESTE sind, habe ich mittlerweile an Orten, wo es welche geben könnte, ein Handtuch in der Tasche und trage Leggings. Die kann man schneller hochkrempeln als eine enge Jeans und vor allem dezenter, als wenn Frau sich eine Strumpfhose aus- und wieder anzieht. (Es ist echt eine Kunst, hier nicht allen Leuten sein Höschen zu präsentieren. Ich hab es für euch mehrmals getestet…)

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Auch Kinosaki hat mich nicht enttäuscht und am Fuße der Seilbahn gab es ein Fußbad und einen kleinen Shop, bei dem man Eier im Onsen-Wasser garen kann. Mussten wir natürlich ausprobieren.

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Ab ins warme Onsen-Wasser mit den Eiern!

Übernachten im Mikuniya Ryokan

Wir übernachteten im Mikuniya Ryokan für eine Nacht. Unser Tatami-Zimmer war schön geräumig und im Vorraum gab es ein Waschbecken mit Toilette. Eine Dusche im Zimmer gibt es nicht. Gewaschen wird sich im hauseigenem Onsen: beim Check-in kann man bei Bedarf auch direkt einen privaten Onsen für sich reservieren. Wir zahlten für eine Nacht  mit 2x Essen für uns beide 51.222 Yen, wählten aber auch das teuerste Abendessen. Es geht also noch etwas günstiger. 😉

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Eingangsbereich Mikuniya Ryokan

Es gibt noch weitere private Onsen-Bäder im Haus, wenn jemand drin ist, hängt man ein „Besetzt“-Schild an die Tür und schließt ab.

All-Out-Crab-Menu

Vielleicht fragt ihr euch, was das „teuerste Abendessen“ war? Wir buchten das „All Out Crab“-Menü als Abendessen, es war immerhin Januar und damit Krabben-Saison. Da haben wir die Gelegenheit genutzt, um endlich mal richtig Krabbe zu essen. Das Abendessen wurde zu einer festen Uhrzeit im eigenen Zimmer serviert und kam in der Form eines Kaiseki – ein Menü mit vielen kleinen Portionen und noch viel mehr kleinen Tellern.

Am Ende war es ein bisschen Krabben-Overkill, da wirklich ALLES aus und mit Krabbe war.  Jedes Gericht für sich war sehr lecker, manchmal ungewohnt und ich war überrascht, wie unterschiedlich die verschiedenen Gänge schmeckten. Die Art der Zubereitung macht echt was aus!

Das japanische Frühstück

Das japanische Frühstück wird im Frühstücksraum serviert und jedes Zimmer hat einen reservierten Tisch.

Wir haben Yukata gestellt bekommen, Tabi-Socken, Geta-Schuhe und auch Handtücher und Taschen, die wir in die Stadt zu den Onsen mitnehmen konnten. Für Frauen gab es im Winter noch eine wärmende Kimono-Jacke.

Onsen-Tour in Kinosaki

Unsere Onsen-Tour fiel leider recht kurz aus und wir besuchten nur eines das Jizou-yu am nächsten Morgen, bevor wir gegen 11 Uhr auscheckten.

Mit unserem Onsen-Pass konnten wir das Bad kostenlos nutzen und Micha hatte dort, wie bereits angekündigt, auch keine Problem mit seinem Tattoo. Ohne Onsen-Pass kostet das Bad hier 600 Yen für Erwachsene.

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Die Eisflächen waren mit den Geta schon eine Herausforderung.

Die eine Nacht in Kinosaki und die Bäder in den verschiedenen Onsen der Stadt waren eine wunderbare Ausszeit im Urlaub. Ich hätte tatsächlich auch länger bleiben können, da es rund um Kinosaki noch einiges zu entdecken gibt. Ich denke, ich werde auf jeden Fall wieder kommen.

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Fun-Fact: in Kinosaki werden Straßen und Parkplätze mit heißem Thermalwasser vor Glätte bewahrt.

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Anreise nach Kinosaki

Kinosaki liegt in der Präfektur Hyōgo. Ab Kyoto kann man „Kinosaki Onsen“ mit der Linie „Limited Express Kinosaki“ in 2,5 bis 3 Stunden erreichen. Da die Anreise ein bisschen länger dauert, sollte man mindestens eine Übernachtung in Kinosaki einplanen, damit man seinen Aufenthalt voll ausnutzen kann. Aber auch ab Osaka (3 Stunden), Himeji (2 Stunden) oder Kobe (2,5 Stunden) kommt man super nach Kinosaki. Bitte beachtet die aktuellen Anreise-Informationen auf der Touristen-Webseite von Kinosaki.

Die Bahnen, die nach Kinosaki fahren sind von Japan Railways betrieben. Dies heißt, wenn ihr den Japan Railpass habt, ist diese Fahrt für euch bereits damit abgedeckt.

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zoomingjapan 4. März 2018 - 17:32

Ich habe zwar sehr lange in Hyogo gelebt, hab es aber erst letzten November endlich mal hoch zu Kinosaki Onsen geschafft.
Damals waren die Herbstfarben gerade draußen. Sehr schön.
Wobei die Winterlandschaft auch nicht ohne ist, wie ich auf euren Fotos neidisch feststellen muss.

Leider gab es im Oktober 2017 mehrere stärkere Taifune und 2 der 7 berühmten Badehäuser waren deshalb bis auf weiteres geschlossen. 🙁 …..
Die mussten mit den Nachwehen des Sturms kämpfen.

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kunterbunt79 4. März 2018 - 20:04

absolut beeindruckend

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Eefi 4. März 2018 - 20:54

Ich denke mal bei dem nicht hoteleigenen Onsen waren die Bäder dann nach Geschlecht getrennt? Wie kommt man als Paar damit so klar? ^^;

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Kumo 4. März 2018 - 21:32

Naja, im Bad hängt eine Uhr. Da spricht man sich vorher eben ab, wann man sich wieder trifft. Ziemlich einfach 😂

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lifeinjapanisstrange 5. März 2018 - 0:26

Da würd ich auch gerne mal
hin ist aber schon ein Stück von Tokyo.

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minakoswelt 5. März 2018 - 13:32

Wunderschöner Artikel 🙂 Tolle Bilder!

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Elisa [japanliebe] 9. März 2018 - 12:10

Das sieht ja superschön aus. Mal wieder was für die Liste.
Wir waren beim letzten Mal auch zwei Nächte in einem Ryokan in Hakone und haben festgestellt, dass man bei zwei Nächten richtig schön entspannen kann. Dort hatten wir sogar einen Privatonsen im Zimmer und ich glaub, wir waren in zwei Tagen 12 x im Wasser xD

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rumiko 27. April 2018 - 5:49

Vor meiner Heiraten war ich in Hyogo und ich habe früher einige Male Kinosaki besucht.
Ich mag diese Stadt und im Schnee sieht es mir besonders schön aus:)

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