[Kyoto] Kimono leihen mit Fotoshooting für Paare bei „Mission Gion“ & Tipps für Arashiyama

Seit meiner ersten Japanreise hatte ich den Wunsch, mir in Kyoto einen Kimono auszuleihen und  ein Fotoshooting zu machen. Leider war das Angebot für Touristen vor sechs Jahren ziemlich klein und ziemlich teuer. Damals war es ziemlich angesagt, dass sich Touristen als „Geisha“ verkleiden lassen und dazu ein Shooting in einem Fotostudio  buchten. Unter 100 Euro lief da nichts und das Reisebudget zur Uni- & Volontariatszeit war bei mir immer ziemlich knapp kalkuliert, also habe ich das einfach mal für „später“ abgeschrieben.

Und zu warten war genau die richtige Entscheidung: in den letzten Jahren wurde es in Japan, nicht nur für Touristen aus dem Ausland, sondern auch für Inlands-Touristen immer angesagter, sich traditionelle Kimonos zu leihen und sich in schöner Kulisse im Urlaub zu zeigen. Ein paar Hintergründe dazu könnt ihr auch bei Asienspiegel nachlesen. Es ist innerhalb von weniger Jahren wieder im Trend Kimono zu tragen und mit der Nachfrage stieg auch das Angebot. In Kyoto gibt es Geisha-Umstylings zwar immer noch, aber zusätzlich kann man sich auch in der ganzen Stadt „normale“ Kimonos ausleihen. Gerade in Kyoto, mit der atmosphärischen und traumhaften Stadt als Fotokulisse, boomt das Kimono Rental Business.

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Im geliehenen Kimono von Mission Gion

Kimono Rental bei Mission Gion

Wir entschieden uns für ein Angebot von Mission Gion, weil es die meisten Punkte abdeckte, die mir wichtig waren. Das Angebot ist modular und das Fotoshooting ist optional und kein Pflichtbestandteil der Buchung.

  • Gold Plan (für mich) 5.500 Yen
  • Mens Plan (für Micha) 5.000 Yen
  • Foto Plan: 12.000 Yen (50-100 Fotos, 60 Minuten). Wir haben bei Rückgabe der Kimonos alle Fotos auf CD bekommen, sowie bereits vorab einen Google Drive Link. Auf der CD befinden sich alle unbearbeiteten Bilder (über 200) und eine Auswahl (~80), die der Fotograf leicht bearbeitet hat.
  • Frisur für Frauen ist kostenlos dabei: Je nach Haarlänge stehen 3-4 Styles zur Auswahl.
  • Dazu wählte ich noch folgende Extras: ein bunter, statt weißer Unterkragen (500 Yen), ein Schmuckband über dem Gürtel (500 Yen) und Haarschmuck (300 Yen)
  • Rückgabe der Kimonos bis 19:30 Uhr. Gegen einen Aufpreis kann man auch erst am Folgetag die Rückgabe vereinbaren.
  • Es gibt kostenlos dazu: Schuhe, einfache Tabi-Socken, jeweils eine passende Kimono-Tasche und (weil es Januar war) ein Schal oder Jacke. Zum Fotoshooting konnte ich mir auch einen Papierschirm auswählen.
  • Gesamtkosten lagen beim Wechselkurs im Januar also bei knapp 190 Euro. und Kreditkarten-Zahlung war kein Problem.

So sahen wir aus:

Die Verwandlung

Wir sind kurz vor 10 Uhr bei Mission Gion gewesen und wurden direkt in das Ladengeschäft im Keller geführt. Dort waren wir die einzigen Gäste und wir konnten uns alle Bestandteile unseres Kimonos einzeln auswählen. Micha wurde von einem Mann eingekleidet, ich von einer weiblichen Mitarbeiterin, die auch meine Haare gemacht hat.

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Fertig angezogen vor dem Fotoshooting.

Mission Gion arbeitet mit einem Friseurgeschäft zusammen, daher sind auch immer Friseurinnen vor Ort, die hier unterstützen. Während wir hergerichtet wurden, waren wir die einzigen Kunden im Geschäft. Ich denke das wird vorher bei der Anmeldung auch zeitlich berücksichtigt.

Das Make-up muss man selber machen. Ich habe mich noch bei uns im Hotel geschminkt und an diesem Tag auch mal Kontaktlinsen getragen, obwohl ich sonst meine Brille trage. Ich fand aber, sie passt nicht zum Kimono.

Nachdem wir fertig angezogen waren, hat uns der männliche Mitarbeiter geschnappt, seine Kamera geschultert und wir sind nach draußen zum Shooting. Unsere normalen Klamotten, Winterjacken, Rucksäcke und Schuhe blieben bei Mission Gion. Sie wurden in große Stofftaschen gepackt und wir haben „Garderoben-Nummern“ für die Abholung bekommen.

Das Fotoshooting

Gebucht hatte ich nur das 60 Minuten-Shooting, aber Micha und der Fotograf haben sich ziemlich gut verstanden und so wurden es dann am Ende doch gute 90 Minuten. Zu Fuß ging es nacheinander zu verschiedenen Fotospots in der Nähe. Immer auch darauf bedacht, dass wir keine Passanten behindern oder von Autos überfahren werden, die im morgendlichen Kyoto unterwegs waren.

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Dafür, dass wir nur 12.000 Yen für das Fotoshooting gezahlt haben, bin ich sehr zufrieden mit den erhaltenen Fotos. Das Shooting war sehr angenehm und locker und der Fotograf hat sich Mühe gegeben, uns zu positionieren. Am schönsten finde ich aber tatsächlich die Fotos, wo ein bisschen Action drin, weil ich z.B. auf etwas zeige. Beim Shooting ist es mir auch gar nicht aufgefallen: Während ich ständig für Einzelfotos zur Seite genommen wurde, hat Micha bei dem Shooting gar keine Fotos von sich alleine erhalten.

Mit Kontaktlinsen habe ich übrigens mega empfindliche Augen und der kleinste Sonnenstrahl treibt mir die Tränen in die Augen. Deswegen hab ich ständig die Augen zugemacht, aber die Fotos sind doch eigentlich ganz süß, oder?

Jedenfalls sind hier ein paar nette Pärchenbilder entstanden, die ihr sicher noch öfter sehen werdet, da sie sich ziemlich gut eignen, um uns und den Blog vorzustellen. Ich bin auch ganz glücklich, weil Micha nach dem Shooting gesagt hat, dass er es gar nicht so doof fand, wie er anfangs dachte, und ob wir das nicht bei wärmeren Wetter noch einmal wiederholen. Beim nächsten Mal dann mit Hakama oder Yukata? ❤

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Die Brücke Togetsu-kyo, über den Fluss Katsura, ist eines der Wahrzeichen Arashiyamas.

Sightseeing in Arashiyama

Nachdem wir uns vom Fotografen verabschiedet haben, sind wir zum Stadtteil Arashiyama gefahren, weil ich an diesem Tag dort einige Sachen rausgesucht hatte, die ich machen wollte. Die folgenden Fotos sind dann wieder von uns gemacht und am Ende des Artikels gibt’s auch eine kleine Karte, mit allen besuchten Orten markiert.

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Rilakkuma Sabo

(Link)

Wow, aktuell das schönste und netteste Rilakkuma-Café, dass ich bisher besucht habe! Mitten in Arashiyama hat ein Teehaus eröffnet, dass für einen längeren Zeitraum dort sein wird. Natürlich ist alles im Rilakkuma-Look im Café und dazu gibt es noch einen Take-out Bereich, einen Mitbringsel-Shop (viel mit Honig und Tee) und das Klientel in dem Café waren Pärchen, sowie ältere Damen. Es spielte auch keine nervige Musik, wie im Rilakkuma-Café in Tokyo, dass wir besucht haben.

Ich bin immer noch ganz verliebt, wenn ich die Bilder anschaue. Ein wirklich tolles Café und das Essen war verdammt lecker, mit sehr zuvorkommenden Angestellten.

Bambus-Wald Arashiyama

Mein letzter Besuch im Bambus-Wald ist schon länger her, daher wollte ich noch einmal hin. Viel verändert hat sich nicht, nur es gab mehr Menschen, mehr englische Schilder und einen extra Weg für Rickscha-Fahrer. Immer noch nett, aber die mystische Stimmung, die viele Fotos des Ortes versprechen, kann man wahrscheinlich nur noch ganz früh am Tag erwischen.

Jedenfalls: Es ist einfach nicht der beste Ort zum Fotos machen, daher sind wir einfach nur durch und wollten zum Hintereingang der  Tenryuji Gartenanlage als wir zwei bekannte Gesichter trafen:

Elisa & ihr Mann Christian von Japanliebe.de! Wir wussten zwar, dass wir uns aktuell in der selben Stadt aufhalten, aber sich zufällig in einer Millionenstadt zu treffen, ist schon ziemlich lustig.

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Victory!

Tenryuji-Tempel und Garten

(Link)

Der Tenryuji-Tempel gehört zu einen der wichtigsten Tempel in Kyoto Arashiyama und wurde 1339 erbaut. Die Gebäude wurde mehrmals durch Feuer und Kriege zerstört, aber die Gartenanlage ist in der ursprünglichen Form erhalten geblieben.

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Ist der Garten nicht traumhaft?

Für 500 Yen kann man in den Garten und für 300 Yen zusätzlich auch in das Tempelgebäude. Wir besuchten diesmal nur den Garten und hab ich euch schon erzählt, wie sehr ich grünes Moos liebe?

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Ich liebe den Tenryuiji-Garten, weil es die Art Garten ist, die ich persönlich wirklich zauberhaft finde. Es gibt in Japan häufig Steingarten-Formationen, aber denen kann ich oft nur wenig abgewinnen, weil mir das irgendwie zu abstrakt ist.

Kimono Forest (Arashiyama Randen Station)

Rund um die Arashiyama-Bahnstation des Zugunternehmens Randen sind seit ein paar Jahren Stelen aufgestellt, die mit Kimonostoff gefüllt sind und beleuchtet werden.

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Links im Bild: Auf dem Bahnsteig gibt es sogar einen Fuß-Onsen!

Ich finde es eine wunderschöne Ideen den öffentlichen Raum zu gestalten und einem simplen Bahnhofsgebäude eine besondere Atmosphäre zu geben. Danach war mir doch etwas kalt und ich wollte eines der Cafés aufsuchen, welches ich auf Instagram entdeckte:

eX-Café

Auf Instagram schau ich oft, ob ich fancy Cafés oder Restaurants entdecke, bevor wir reisen und ich hab damit schon einige richtig tolle Orte gefunden und auch beim eX-Café in Kyoto wurde ich nicht enttäuscht:

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Wir bestellten ein Menü mit Dangos, süßer Bohnenpaste, Zuckersirup und Matcha, dazu noch einen extra Kaffee und dazu Kuzukiri, weil ich davon ein Rezept auf der „Ausprobieren“-Liste habe, ich diese aber noch nie gegessen habe.

Ein wirklich leckerer Ausflug und ich bin echt verliebt in die Location. Wir saßen am Fenster und konnten auf einen kleinen japanischen Garten schauen, einfach nur toll!

Danach waren wir wieder auf den Weg zu Mission Gion, weil es bereits dunkel wurde und wir auch langsam genug hatten von den Kimonos. (Auf Toilette gehen war ziemlich umständlich…). Zurück im Laden von Mission Gion wurden wir ziemlich fix wieder ausgezogen und haben unsere Kleidung und Taschen nach Abgabe der Garderoben-Nummer zurückbekommen. Meine Frisur wurde auch gelassen, so konnte ich den Abend noch mit der schicken Flechtfrisur, wenn auch ohne Deko, rumlaufen.

Fazit für mich nach dem Tag: Es war richtig toll, einmal einen echten Kimono tragen zu können und wir haben vom Shooting einige schöne Fotos erhalten. Anfangs hatten wir Bedenken, ob es vielleicht komisch ist, dass wir als Europäer uns die traditionelle japanische Kleidung überwerfen. Aber das Feedback der Leute war ziemlich positiv und so wurden wir öfters von älteren japanischen Damen angesprochen, die unsere Outfits sehr schön fanden oder wir wurden einfach nur angelächelt. Das fand ich sehr schön. Wahrscheinlich geht es den Japanern ähnlich wie uns, wenn sich zur Wiesn mal wieder Touristen in Lederhosen und Dirndl werfen. Die, die sich irgendwelche Satin-Kleidchen und „Kostüme“ überwerfen, werden nur belächelt, aber wer sich ernsthaft Mühe gibt und auch mit den nötigen Respekt an die traditionelle Kleidung herangeht, dem wird eigentlich keiner böse sein.

Alle besuchten Orte noch einmal in einer Karte zusammengefasst:

 

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