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Challenge: Einmal durch alle 47 Präfekturen Japans

6 Kommentare

Update: Nach fast einem Jahr in Japan haben wir neue Orte besucht – die Liste füllt sich! Kommt mit auf eine Bilderreise durch 38 Präfekturen Japans.

Japan ist ein großes und diverses Land. Diese einfache Tatsache muss immer mal wieder erwähnt werden, denn die meisten Touristen kommen über die “goldene Route” zwischen Tōkyō und Hiroshima über Kyōto nicht hinaus. Der Tourismusverband in Japan bemüht sich weiterhin, die Leute auch in andere Gebiete zu locken und mit Hokkaidō und Hokuriku-Shinkansen wird das mit Railpass auch immer attraktiver. Trotzdem: Japan ist groß, es gibt viel zu sehen. Von den Tropeninseln im Süden bis zu den borealen Nadelwaldzonen Hokkaidōs. Und wir wollen natürlich viel sehen. Bedingt durch mein Studium in Kyōto habe ich vor allem in und um Kansai die meiste Zeit verbracht, aber wir versuchen bei jeder Japanreise mindestens ein Gebiet mitzunehmen, das wir bisher noch nicht ausgiebig besucht haben.

38 von 47: Noch Luft nach Oben

Zeit für einen Zwischenstand! Die folgende Karte zeigt, welche Präfekturen Japans ich schon mindestens für einen Tagesausflug besucht habe (grün) und solche, die ich nur durchreist oder nicht besucht habe(rot). Mit 38 von 47 Präfekturen stehe ich ganz gut da, aber es ist natürlich noch Luft nach Oben.  In Zukunft werden wir uns erst einmal auf die roten und gelben Bereiche konzentrieren, vor allem Nordjapan ist aus verschiedenen Gründen derzeit leider noch unterrepräsentiert.

Hinweis: Mit der Maus über die Präfekturen fahren, um den Namen zu sehen. Draufklicken um direkt zur Präfektur zu springen.

Ein Zwischenfazit: Was hat mich begeistert?

Zwischenstand heißt aber auch, Revue passieren zu lassen. Deswegen poste ich zu jeder Präfektur die ich besucht habe ein Foto des Ortes, der mich dort bisher am meisten beeindruckt hat. Ich fange dabei im Süden an und arbeite mich nach Norden durch. Unnötig zu erwähnen, dass die Größe der japanischen Präfekturen extrem schwankt und jede einzelne mehr als einen Ort hat, der erwähnenswert wäre. Aber irgendwo muss man anfangen.

Okinawa

Iriomote-jima: Eine Kayak-Fahrt durch Mangrovenwälder und Dschungelfeeling, weiße Sandstrände und Korallenriffe zum Schnorcheln. Okinawa hat viele Paradiese, Iriomote ist eines der lohnenswertesten mit dem letzten unberührten subtropischen Regenwald Japans.

Kagoshima

Sakura-jima: Einmal einen Vulkan ausbrechen sehen und über die Naturgewalten staunen? In Kagoshima Alltag, für uns der Wahnsinn. Wenn ich die Bilder anschaue, spüre ich noch immer die Asche auf der Haut.

Miyazaki

Takachiho: Ganz tief in Japans Mythologie verwoben ist Takachiho. Dort gibt es nicht nur eine fantastische Schlucht in der man rudern kann und faszinierende Tänze an nächtlichen Schreinen, sondern auch die Höhle in der sich kein geringerer als die Göttin Amaterasu Ōmikami eingesperrt hat, nachdem sie keine Lust mehr auf dumme Spielchen hatte.

Kumamoto

Kumamoto ist vor allem bekannt für seine Vulkanlandschaft um den Aso, aber auch die Stadt Kumamoto selber bietet einige interessante Orte. Schloss Kumamoto wurde bei einem Erdbeben 2016 stark beschädigt, aber Maskottchen Kumamon lädt dennoch zum Verweilen ein.

Nagasaki

Nagasaki: Die Stadt gehört zu den schönsten Großstädten Japans und hat einige Attraktionen zu bieten. Umgeben von Bergen, direkt am Meer und mit einigen sehenswerten Orten überraschte uns Nagasaki. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Ōita 

Wer Ōita sagt muss auch Beppu sagen. Die Onsen-Stadt ist bekannt für ihre „Höllen“ und unzählige heisse Quellen. Etwas versteckt in den Bergen findet ihr Mugen no Sato Sunkashuto, wo ihr einen Privat-Onsen mieten und entspannen könnt. Aber Vorsicht: Ringe aus Silber werden im schwefelhaltigen Wasser schwarz. Davon konnten wir uns überzeugen.

Saga

Karatsu: Ein rekonstruiertes Schloss, ein toller Kiefernstrand und ganz allgemein eine nette Atmosphäre zeichnen die Heimatstadt der Karatsu-Keramik aus. Außerdem gab es umsonst Räder zu leihen – immer ein Plus!

Fukuoka

Shikanoshima: Mit dem Rad eine Runde um Shikanoshima radeln. Dort den Schrein besichtigen, in denen unzählige Rehgeweihe gesammelt werden. Wer heraus will aus dem Trouble der ebenfalls tollen Großstadt Fukuoka, muss hier nicht weit weg.

Kōchi

Kap Muroto: selbst für japanische Maßstäbe ist Kap Muroto, der östliche Zipfel der Präfektur Kōchi, schlecht zu erreichen. Die Mühe lohnt sich jedoch: im Unesco Global Geopark begeistern imposante Steinformationen, die Japans geologische Aktivität eindrucksvoll bezeugen.

Ehime

Imabari: Endpunkt des Shimanami-kaidō Fahrradweges und Heimatstadt von Barii-san. Außerdem ein sehenswertes Schloss mit einem der wenigen Salzwassergräben Japans. Inklusive Kugelfische. Auch das Handtuchmuseum ist überraschend sehenswert.

Kagawa

Kotohira: Aufstieg zum Schrein und dann selber Udon herstellen? In Kotohira kann man beides verbinden. Der Ausblick von oben ist zudem nicht übel.

Tokushima

Die berühmten Wasserstrudel von Naruto an der Akashi-Kaikyō-Brücke, die entstehen, wenn Ebbe und Flut das Wasser durch die Meerenge drücken, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Wichtig: sich vorher über die Gezeiten zu informieren, sonst sieht man nämlich gar nichts.

Hiroshima

Friedensmuseum, Hiroshima: Hiroshima hat überraschend viele sehenswerte Orte und so war die Wahl nicht leicht. Aber das Atombombenmuseum und Hiroshima selber hatten den größten Eindruck auf mich. Meiner Meinung nach ein Pflichtbesuch für jeden Reisenden. Miyajima kommt nur einen Hauch danach, aber den bleibenden Eindruck des Museums konnte die Insel mit dem großen roten Torii nicht hinterlassen.

Okayama

Kurashiki: Auch hier war die Wahl nicht einfach, der Kōraku-en in Okayama ist ein toller Garten und radeln in der Kibi-Ebene war ein tolles Erlebnis. Aber Kurashiki hat mich im Nachhinein am meisten beeindruckt, denn wir sind dort mehr oder minder zufällig auf dem Rückweg nach Okayama gelandet und waren dann sehr froh, ausgestiegen zu sein. Ein historischer Stadtkern, westliche Backsteinarchitektur und eine angenehme Atmosphäre machen Kurashiki zum Geheimtipp.

Hyōgo

In Kobe kann man nicht nur eine äußerst lebendige Großstadt erleben. Auch die Natur ist nicht weit weg. Direkt hinter dem Shinkansen-Bahnhof beginnen Wanderwege zu den Nunobiki-Wasserfällen.

Wakayama

In Wakyama haben wir bisher zu unserer Schande nur den Tempelberg Kōya-san gesehen. Der zentrale Tempelbezirk war dabei so touristisch, dass wir uns wünschten, die ruhigeren Pilgerwege durch die Wälder genommen zu haben. Dennoch: einen Besuch ist der Berg allemal wert!

Ōsaka

Ōsaka war die erste wirkliche Großstadt die ich in meinem Leben je besucht habe, und dieses Foto habe ich an diesem ersten Tag gemacht. Gut erinnere ich mich an die imposanten Häuserschluchten in einer Vielzahl, Höhe und Gedrängtheit wie ich sie noch nie gesehen habe. Ōsaka bleibt deshalb auch ein ganz besonderer Ort für mich und ist extrem facettenreich und spannend.

Kyōto

Yamashina: Uff. 1 Jahr in Kyōto und 3 Besuche danach lassen eine Antwort eigentlich nicht zu. Der Ort, der mich in Kyōto am meisten beeindruckt hat, ist Yamashina. Hier habe ich gewohnt und die Chance gehabt, Japan kennenzulernen. Von hier aus bin ich mit dem Rad bis zu 200km in alle Richtungen gefahren und hier nahm meine Zuneigung zu Japan ihren Anfang.

Nara

Nara: Rehe. Tempel. Nara ist immer wieder ein Highlight jeder Kansai-Reise und auch wenn es zum Beispiel noch Asuka im Süden gibt so kann ich nicht vergessen, wie ich mich das erste Mal gefühlt habe, als mir ein Reh an der Fußgängerampel gegenüberstand.

Shiga

Biwa-See: Shiga besteht zu einem Großteil aus dem Biwa-See und er ist auch die größte Attraktion der Präfektur. Meine Umrundung mit dem Rad werde ich nie vergessen, ein tolles Erlebnis. Mit Hikone, Nagahama und Ōtsu liegen einige Städte auf dem Weg, die einen Besuch lohnen.

Mie

Ise-Jingū, Ise: Der wichtigste Schrein Japans und tolle Natur machen Ise zum beliebten Reiseziel.

Aichi

Die Burg in Inuyama gehört zwar zu den kleineren Vertretern ihrer Art, sie ist aber gleichzeitig auch die älteste in Japan. Nicht mehr viele der Burgen sind überhaupt noch im Original erhalten und die Umgebung in Inuyama ist ebenfalls sehr hübsch, was die Burg zu einem perfekten Tagesausflug aus Nagoya macht.

Toyama

Ai no Kura: Toyama ist ein Schatz in Zentraljapan und Ai no Kura gehört mit seinen Farmhäusern nicht umsonst zum Weltkulturerbe. Es ist der kleine, ruhige, authentischere Bruder von Shirakawa-Go.Eine Übernachtung in einem der traditionellen Gasshō-Zukuri-Häusern ist Pflicht!

Ishikawa

Kanazawa: Das Kyōto auf der anderen Seite Japans. Kanazawa war sofortige Liebe, nur wenige Städte haben mich gleich so begeistert. Wir haben traditionelle Süßigkeiten hergestellt, ein Fußbad-Café besucht, den alten Stadtkern und den Fischmarkt gesehen und sind per Machinori durch die Stadt geradelt.

Shizuoka

Shimoda: Bekannt durch Commodore Matthew C. Perry und seine schwarzen Schiffe ist Shimoda vor allem auch eines: eine wunderschöne kleine und ruhige Hafenstadt mit hübschem Stadtkern. Allerlei historische Monumente und Museen bedienen die Neugier und die romantische Perry-Road lädt zum flanieren ein.

Nagano

Jigokudani: Die Affen in den heißen Quellen sind ein Touristenmagnet und werden bei mir stets mit Nagano verbunden bleiben. Vor allem im Schnee unvergesslich.

Yamanashi

Shimoyoshida ist bekannt für die Chūreitō-Pagode mit ihrem Ausblick auf den Fuji und Kirschblüten im Vordergrund. Was niemand sagen will: die Pagode selber ist ein Betonklotz mit bröckelnder Farbe und Shimoyoshida versprüht einen ganz eigenen Kleinstadtcharme den zu erkunden es sich lohnt.

Niigata

Niigata: in der gleichnamigen Hauptstadt der Präfektur finden sich einige historische Straßenzüge. So auch das alte Zollhaus von 1869 im Hafen, aus der Zeit in der fünf japanische Häfen für den Handel mit dem Ausland geöffnet wurden.

Kanagawa

Enoshima: Meer, Inseln, Tempel, Blick auf den Fuji und ein fantastisches Lightup im Winter. Enoshima hat unsere Erwartungen sofort übertroffen.

Tōkyō

Tokyo ist groß, überfordernd, ruhig, spannend, langweilig, hübsch und hässlich. Meist alles zusammen und nur eine Seitenstraße voneinander entfernt. Während unseres Jahres hier haben wir vor allem die ruhigen Stadtteile zu schätzen gelernt. Besonders gerne waren wir in den unzähligen Cafés in Shimokitazawa.

Saitama

Chichibu: Der Schauplatz der Animes “Ano Hana” und „Kokosake“ bietet nicht nur für Anime-Fans allerlei Sehenswertes. Es ist auch eine perfekte Gegend zum wandern im Grünen, keine zwei Stunden von Tōkyō entfernt. Mit dem Yomatsuri und dem Ryusei-Matsuri bietet Chichibu zudem zwei der besten Feste Japans.

Gunma

Shima-Onsen: Hier haben wir im Kashiwaya-Ryokan den Himmel auf Erden erlebt und ich würde keine Sekunde zögern, wieder nach Shima-Onsen zu fahren.

Chiba

Chiba kann mehr als nur Flughafen für Tokyo sein. Am Nokogiri-yama findet man den buddhistischen Tempel Nihon-ji und den größten Stein-Buddha des Landes. Tolle Natur und seltsame Berge laden zum Wandern ein.

Tochigi

Kanmangafuchi, Nikkō: Berühmt für den Tōshō-gū blieb mir Nikkō vor allem wegen dieser tollen kleinen Schlucht  und ihrem strahlend türkisen Wasser im Gedächtnis.

Ibaraki

Die Kochia (Besen-Radmelde) im Hitachi Seaside Park färben sich nur für zwei Wochen im Jahr rot. Aber auch abseits davon ist der Park einen Besuch wert: irgendetwas blüht hier eigentlich immer.

Fukushima

Aizu-Wakamatsu: Ein tolles Schloss, die traditionellen Akabeko und sehr aufgeschlossene und freundliche Menschen machen Aizu in Fukushima eine Reise wert.

Miyagi

Ishinomaki: Fast wäre es Sendai geworden. Aber nur fast. Schon zwei mal war ich im vom Tsunami 2011 schwer getroffenen Ishinomaki. Jedes mal wird es besser. Ishinomaki lebt und ist mit seinem Ishinomori-Museum nicht nur für Fans von Cyborg 009 einen Besuch wert. Vor allem der temporäre (?) Ort Hashidōri Commons mit seinen Food-Truck-artigen Ständen hat uns mit lecker Essen und netten Leuten begeistert.

Hokkaidō

Sapporo ist nicht nur die fünftgrößte Stadt Japans, sie ist auch Partnerstadt von München. Und Deshalb findet man dort nicht nur gutes Bier, sondern auch eine München-Brücke und einen Maibaum. Auch wenn die Insel bekannt für weite Natur und den Shiretoko-Nationalpark ist – soweit haben wir es noch nicht geschafft. Sapporo hat aber genug Charme um eigenständig zu überzeugen.

Die Challenge geht weiter!

Damit beenden wir vorerst die Liste unserer Highlights aller besuchten Präfekturen. 38 aus 47 heißt, dass noch immer 9 Präfekturen darauf warten von uns besucht zu werden. Und auch die bereits besuchten Orte bieten noch schier unendliche Möglichkeiten. Ich bin mir sicher, dass sich überall, in jeder einzelnen Präfektur, noch wunderbare Orte verstecken.

Der Artikel ist jedenfalls noch nicht komplett und wird von uns nach jeder Reise wieder aktualisiert werden. Los geht’s, Japan! Überrasche uns!

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6 Kommentare

dorie 15. Februar 2017 - 17:18

Ich war noch nie in Japan aber in meiner Vorstellung hatte ich auch nur die Klassiker auf dem Radar. Toller Artikel 🙂
Liebe Grüße, Dorie

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Tara 16. Februar 2017 - 14:34

Mal wieder wunderschöne Bilder und tolle Orte, die ihr besucht habt <3
In den Norden Japans zieht es mich auch schon seit einer Weile… leider ist dieser ja von der Hauptinsel aus doch schon ein Stück weit entfernt. Wir haben es uns aber für spätestens nächstes Jahr auch ganz fest vorgenommen.
Euer Onsen in Gunma – ein Träumchen! 😉
Liebe Grüße! 🙂

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Dommie 16. Februar 2017 - 16:02

Interessant.
Ich glaube so eine Karte muss ich mir auch Mal erstellen um den Überblick zu behalten 😀

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nossy 19. Februar 2017 - 19:48

Ein toller Beitrag! Da habe ich einen schönen Überblick über die vielen Regionen Japans bekommen. Besonders schön ist das Foto mit den Kirschbäumen in Blüte. Irgendwann möchte ich zur Kirschblüte auch mal in Japan sein.
Herzliche Grüße, nossy

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Mari Jahnke 20. Februar 2017 - 18:30

DIe Fotos sind ganz große Klasse! Mal überall gewesen zu sein, reizt mich auch sehr. Aber ich würde auch gerne mal wieder die verschiedenen Jahreszeiten in Japan erleben.Nach Frühling, Herbst und Winter steht nun der Sommer an. Ich hoffe, ich kann das irgenddwie mit Hokkaido verbinden.
Liebe Grüße, Mari

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Dom 21. Februar 2017 - 17:18

Na toll, jetzt will ich auch wieder hin D:
Aber schöne Beitrag und noch schönere Fotos

Dom

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