1,6K Inhalt Live-Tagebuch aus JapanTag 14: Transfer nach TokyoTag 15: Radfahren in TokyoTag 16: Treffen in Ikegami und Shinjuku-VibesTag 17: Ring Ring Road – mit dem Rad um KasumigauraTag 18: Ring Ring Road – Um den Berg Tsukuba herumTag 19: Spazierengehen in Tokyo und ShimokitazawaTag 20: Ikebukuro, Akihabara und ein Arbeitstreffen Auf unserem letzten Abschnitt der Reise verbringen wir noch etwas Zeit in Tokyo und nehmen und die etwa 200km lange Ring Ring Road in Tsukuba mit dem Fahrrad vor. Wir sind gespannt ob schlussendlich alles klappt und wir heil nach Deutschland zurückkommen. Auf Grund der etwas enger getakteten Reisefrequenz im letzten Drittel der Reise werden die Beiträge etwas gesammelter und mit Zeitverzug kommen. Twitter Instagram Bluesky Micha Bluesky Kumo Live-Tagebuch aus Japan Die Einträge werden verlinkt, sobald wir unterwegs sind. Los geht’s am 12.09.2023. Abschnitt 1: Flug nach Tokyo und Ankommen in Kyoto Abschnitt 2: Radtour Part 1 – Die Seto-Inlandsee entlang Abschnitt 3: Radtour Part 2 – Insel-Hopping Abschnitt 4: Zurück in Tokyo Tag 14: Transfer nach Tokyo Heute war wieder einer der grausigen Reisetage, bei denen wir die Fahrräder zerlegt in den Koffern durch die Züge schleppen mussten. Weil wir die Nase voll hatten, haben wir zum ersten Mal das Green Car gebucht, quasi die erste Klasse. Das hat sich leider als Fehler herausgestellt, denn durch die nutzlosen Fußstützen hat man deutlich weniger Platz für Gepäck als im normalen Wagen. Wir haben trotzdem irgendwie gestapelt und am Ende ging es schon. Das Upgrade auf das Green Car lohnt sich übrigens kein Stück. Die Sitze sind etwas breiter, aber wenn interessiert das? Anschließend haben wir die Ferienwohnung bezogen, die im Grunde sehr schön war und auch gut am Bahnhof Meguro gelegen ist, für uns aber ein bisschen zu klein war. Schließlich mussten wir zu Fahrräder aufbauen und aufbewahren. Den Abend haben wir dann mit einem Standard-Besuch bei Menya Musashi bei Tokyo Midtown und einem Besuch auf dem Tokyo Tower verbracht. Der wurde seit unserem letzten Besuch neu gestaltet und wir waren auf dem obersten Aussichtsdeck. Das lohnt sich nicht, das untere Deck ist cooler und deutlich günstiger. Aber es ist halt der Tokyo Tower… Tag 15: Radfahren in Tokyo Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von „Radfahren durch Tokyo“. Unsere erste Station sollte das das kleine Todoroki-Tal am Tama-Fluss. Wir sind von Meguro aus ein bisschen durch den Westen Tokyos gefahren und haben auf dem Weg auch den Asama-Schrein besucht, den ihr vielleicht aus dem Film Shin Godzilla kennt. Am Tal angekommen die Ernüchterung: Auf auf Grund von Unterspülung ist das ganze Tal gesperrt, weil jederzeit Bäume abrutschen könnten. Naja, war trotzdem eine nette Tour. Danach sind wir in einem großen Bogen über Sangenjaya nach Shimokitazawa gefahren und haben uns dort etwas umgesehen und Lust auf das Mondfest geholt. Wir sind ab der alten Wohnung in Waseda vorbeigefahren und sind dann über Zoshigaya in Ikebukuro gelandet, wo wir uns mit Freunden getroffen haben. Danach ging es noch 12km zurück nach Meguro und der erste richtige Tag in Tokyo nahm sein Ende. Tag 16: Treffen in Ikegami und Shinjuku-Vibes Treffen-Tag! Wir haben mittlerweile beschlossen die Anzahl der Treffen in Japan auf eine Hand voll zu reduzieren, weil weil einfach so unglaublich viele tolle Leute kennen die zu jeder Zeit immer irgendwo in Japan unterwegs sind, aber ein bisschen muss trotzdem sein! Heute ging es in die Nachbarschaft von Sanna in Ikegami, wo wir zu viert den Ikegami Honmon-ji unsicher gemacht haben und einfach nur eine gute Zeit verbrachten. Nach dem Treffen ging es zurück in die Ferienwohnung, denn wir mussten die Räder zerlegen und diesmal in die kleineren und handlicheren Rinko-Bags stecken. Morgen geht es auf die Ring-Ring-Road in Tsukuba! Am Abend sind wir noch ein bisschen durch Shinjuku gestreift und haben uns mit Fahrrad-Goods eingedeckt und einfach die Großstadt-Atmosphäre eingesaugt. Bei Y’s Road in Tokyo Shinjuku-Godzilla Eingang Kabukicho Tag 17: Ring Ring Road – mit dem Rad um Kasumigaura Der frühe Radler umrundet den See, und deswegen ging es für uns heute um 5:00 Uhr aus den Federn. Ziel war der Bahnhof Shinagawa, wo wir in aller Frühe die Räder in unsere Rinko-Bags gepackt haben, um sie für die Reise mit dem Zug fertig zu machen. Dabei haben wir wieder einen Express-Zug mit reservierten Sitzplätzen genommen (den Tokiwa). Das hat wieder sehr gut geklappt, die Räder haben aufrecht gut hinter die Sitze gepasst. Ziel war Tsuchiura, eine Stadt an Japans zweitgrößtem See Kasumigaura und einer der Ausgangspunkte für die Tsukuba Kasumigaura Ring Ring Road – eine der wenigen japanischen National Cycle Routes. Die Fahrt dauerte dabei nicht mal eine Stunde. In Tsuchiura haben wir die Räder wieder zusammengebaut und uns über dedizierte Aufbaustationen noch im Bahnhof sehr gefreut. Es gab auch einen kleinen Raum zum Umziehen und fertigmachen, den wir ebenfalls gerne genutzt haben. Am Bahnhof Shinagawa Im Tokiwa-Expresszug Aufbaustation in Tsuchiura Was im Anschluss folgte, war nicht weniger als die angenehmste Rad-Tour die wir je durch Japan gemacht haben. Die Ring-Ring-Road führt einmal komplett um den See herum und -dann in Verlängerung vorbei am Berg Tsukuba mit seinen zwei charakteristischen Hörnchen. Das wirklich besondere hier ist, dass im Gegensatz zum Biwa-See und dem Shimanami-Kaido wirklich 99% der Strecke auf extrem gut ausgebauten, gewarteten und beruhigten Wegen verlaufen. Man fährt fast ausschließlich direkt am See entlang, auf Deichstraßen oder landwirtschaftlichen Wegen oder an direkt neben der Straße verlaufenden, dedizierten Radwegen. Die Beschilderung ist (bis auf eine Kreuzung) komplett durchgehend und verständlich und durch die Nähe zum See sieht man eigentlich ständig Vögel und andere Tiere, vor allem Shirasagi und Aosagi (Silber- und Graureiher) aber auch verschiedene Arten von Greifvögeln, etwa Milane. Wir hatten auch Glück und konnten drei Eisvögel an einem Bach beobachten. Zudem ist die Strecke nahezu komplett flach. Der Abschnitt Richtung Iwase, vorbei am Berg Tsukuba, führt (ebenfalls bis auf eine Kreuzung) komplett auf einer alten, stillgelegten Bahnlinie entlang und ist für Autos gar nicht befahrbar. Die Steigung Richtung Iwase beträgt gerade einmal 40 Meter auf 40 Kilometer – sprich: es geht geradeaus. Los gehts in Tsuchiura Überall Lotuswurzeln Der Lotus-König Higanbana-Zeit Geschwindigkeit Silberreiher überall Milane beim Jagen Einfach schön am See Manchmal sieht’s urig aus Berg Tsukuba in Sicht Aal beim Shimizu-ya Endspurt am Abend Wir haben die Tour in zwei Abschnitte geteilt und sind am ersten Tag von Tsuchiura nach Ishioka gefahren, haben also etwa dreiviertel des Sees umrundet. Das war extrem gut, fast schon erholsam und hat zu jedem Zeitpunkt (trotz des teilweise starken Gegenwindes) einfach nur Spaß gemacht. Ring-Ring-Road, wir sind begeistert, und wir lassen einfach die Bilder sprechen! Hotel-Onsen Waschplatz Tag 18: Ring Ring Road – Um den Berg Tsukuba herum Der zweite Part der Tour ging von Ishioka wieder am See entlang bis nach Tsuchiura zurück. Von dort aus sind wir abgebogen auf die alte Bahnstrecke auf einer szenischen Tour um den Berg Tsukuba herum. Cool war unter anderem, dass die alten Bahnsteige teilweise erhalten geblieben sind und als Rastplätze dienen, so konnte man die Geschichte des Ortes noch ein bisschen spüren. Da wir im letzten Beitrag eigentlich alles gesagt haben, was zu sagen war, lassen wir auch hier wieder Bilder sprechen. Es war erneut wirklich eine fantastische Tour, die man einfach nur weiterempfehlen kann. Tsuchiura in Sicht Letzte Rast am See Infrastruktur in Tsuchiura Beschriftung am Boden Übergänge sind gut markiert Alter Bahnsteig Hallo Tsukuba Kirschen im Hitzestress Manchmal wuchert es Higanbana – auch in Weiß Berg Tsukuba in Sicht Schrein am Wegesrand Landidylle Geschafft! Das Ende in Iwase Die Rückfahrt von Iwase ging mit dem Regionalzug nach Oyama problemlos. Regionale Bahnen sind selten ein Problem und kaum voll. Von Oyama aus mussten wir 1,5 Stunden warten, denn der nächste Shinkansen nach Tokyo war bereits voll ausgebucht und wir sind mit den Fahrrädern ja auf die hinteren Sitze angewiesen, damit wir einen Ort haben um die Räder zu verstauen. Mit etwas Warten war es aber kein Problem, wir sind wohlbehalten an der Tokyo Station angekommen, haben die Räder wieder aufgebaut und sind dann zurück in die Ferienwohnung in Meguro geradelt. Zurück am Bahnhof Tokyo Bisschen Spaß am Kaiserpalast Rückfahrt in der Nacht Tag 19: Spazierengehen in Tokyo und Shimokitazawa Nach den zwei Tagen auf dem Rad war es Zeit, mal wieder die Füße zu benutzen. Wir haben uns auf einen langen Spaziergang von Meguro über Shibuya, Daikanyama und Aoyama gemacht und auf dem Weg ein paar Geschäfte besucht, die wir noch auf der Liste hatten. Darunter ein Handtuchfachgeschäft (ja, richtig gelesen) für Handtücher aus Imabari und den Nintendo-Store im Parco in Shibuya. Am Nachmittag ging es dann noch in das Nezu-Museum, wo es neben einer ansprechenden Sammlung von Samurai-Rüstungen und Schwerten vor allem ein architektonisch ansprechendes Gebäude von Kengo Kuma und einen tollen Garten gab. Den Abend haben wir in Shimokitazawa verbracht, wo heute das Mondfest zu Ende ging und wir noch einmal diese tolle Nachbarschaft genießen konnten. Am Abend ging es noch traditionell zum Kushi essen mit Freunden und dann ab ins Bett! Nezu-Museum Nezu-Museum: Garten Nezu-Museum: Garten Mond in Shimokitazawa Hase in Shimokitazawa Shimokitazawa Tag 20: Ikebukuro, Akihabara und ein Arbeitstreffen Nun fühlt es sich wirklich an, als sei der Urlaub bald vorbei. Zeit, nochmal alles richtig auszukosten! Wir lieben ja Ikebukuro, weshalb wir dort heute auch wieder waren um ein bisschen Zeit zu verbringen und einzukaufen. In unserem Artikel über die besten Aussichten Tokyos müssen wir bald auch wieder ein bisschen anpassen, denn das Sunshine 60 hat seiner Aussichtsplattform erneut ein Redesign verpasst und versteht sich jetzt als urbaner Park mit Zielgruppe Familien. Was sollen wir sagen? Wir mochten das viel mehr als das Schickimicki-VR-Gedöhns vom letzten Mal. Auf Kunstrasen chillen und die weiterhin tolle Aussicht genießen und dafür nur 700 Yen wochentags zahlen? Wir sind dabei! Danach waren wir noch einmal kurz in Akihabara, weil wir unseren geliebten Cospatio-Shop besuchen wollten. Natürlich haben wir hier wieder Geld gelassen. Am Abend ging es dann noch zu einer Delegation von Stipendiaten, wo wir unter anderem ein paar Leute für eine Konferenz im Herbst 2024 treffen wollten. Hat Spaß gemacht! Und damit es sich nun wirklich wie das Ende der Reise anfühlt haben wir die Fahrräder zerlegt und flugtauglich gemacht. Das sieht schon alles sehr wild aus, aber muss ja auch gemacht werden. Michael Drewing Ausgebildeter Japanologe und Product Manager Digital. Hat fast 3 Jahre in Japan gelebt und dabei vor allem Kyoto und Tokyo lieben gelernt. vorheriger Eintrag Japan-Reise Abschnitt 3: Radtour Part 2 – Insel-Hopping Nächster Eintrag Chahan-Rezept: So geht der einfache japanische Bratreis Kommentar schreiben Antwort löschen Wie fandest du unser Rezept? Wie fandest du unser Rezept? Name, E-Mail und Website für nächstes Mal speichern.