Japan Urlaub: Wann ist die beste Reisezeit?

Oft werde ich gefragt: Wann ist die beste Reisezeit für einen Japan-Urlaub? Meiner Meinung nach hängt das extrem von den eigenen Wünschen und Ansprüchen ab und was man von Japan als Erinnerung mitnehmen möchte. Jede Jahreszeit hält sehenswerte Ziele und besondere Erlebnisse bereit – es gibt meiner Meinung nach nicht „die beste Reisezeit“, kein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur „Was mag ich am liebsten“!

Was immer wieder vergessen wird, ist die Tatsache, dass Japan ein ziemlich großes Land ist. Vom Norden bis zur letzten Insel im Süden erstreckt sich die Inselgruppe über mehrere Klimaregionen. Man kann also keine Aussage treffen wie „Der Winter in Japan ist immer mild“, da dies immer nur für einen Teil des Landes zutrifft, während andere Regionen im Schnee versinken. Meistens werde ich mich hier im Artikel auf die Kanto-Region (umfasst die Präfekturen Tokyo, Saitama, Kanagawa,Chiba, Ibaraki, Gunma und Tochigi) und Kansai-Region (umfasst Kyoto, Osaka, Kobe, sowie die Präfekturen Nara, Wakayama, Hyogo, Shiga, Mie, Tokushima und Fukui) beziehen, da es die Gegenden sind, die für die meisten Touristen interessant sein werden.  Auch werde ich hier im Beitrag die Vor- und Nachteile der Jahreszeiten vorstellen – damit ihr für eure Ansprüche die beste Reisezeit Japans herausfinden könnt!

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Ein seltener Schneetag in Kyoto

Japan im Winter: Dezember bis März

Die Winter in Kanto sowie der Kansai-Gegend sind eher mild und die Temperaturen fallen selten unter Null. Tagsüber erreicht das Thermometer bis zu 10 Grad und es gibt wenig Niederschlag (Schnee oder Regen). Die Luft ist klar und von Tokyo aus sieht man daher sehr gut den Fuji. Eines der Gründe für den Winter für mich? Die tollen Winter Light-ups/Illuminations:

Winter Light up in Enoshima 2017

Winter Light-up in Enoshima.

Nichts ist besser als an einem kalten Wintertag die Schnee-Affen in Nagano zu besuchen oder am Abend in einem heißen Onsen zu chillen. Und die warmen Eintöpfe (Nabe), die im japanischen Winter serviert werden? Ein Traum! Oder wie wäre es mit einem Besuch beim Schnee-Festival in Sapporo, wo riesige Skulpturen aus Schnee gebaut werden?(Link: Yuki Matsuri)

Eine Nacht im traditionellen japanischen Farmhaus am Rande der japanischen Alpen im UNESCO-Weltkulturerbe von Gokayama, Ainokura und Shirakawago lädt gerade im Winter in ein japanischen Winterwunderland ein.

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Ainokura im März

Mittlerweile weiß ich, dass viele Australier z.B. gerne in die japanischen Wintersport-Regionen kommen, um hier die Berge auszunutzen. Die Ski-Saison in Nagano kann von Januar bis März voll ausgekostet werden, in Hokkaido geht die Saison von Dezember bis Februar. Wer im Schnee versinken möchte, der darf in den japanischen Norden bei Hokkaido oder in die japanischen Alpen durch die Präfekturen Nagano, Toyama und Gifu. >> Ein Übersicht der Wintersport-Resorts könnt ihr hier finden (Englisch).

Vorsicht über den Jahreswechsel: Silvester ist in Japan ein Familienfest, daher fahren viele aus den Städten zu ihren Familien. Zwischen Ende Dezember bis zum 3./4. Januar ist eine der größten Reisewellen in Japan, da viele eben zu ihren Familien und dann wieder zurück an den Wohnort fahren, oft wird die Zeit auch für gemeinsame Ausflüge genutzt. Ergebniss: Hotels und Ryokans, Züge und auch Einkaufszentren sind voll! Die ersten drei Tage im neuen Jahr werden von vielen Japanern traditionell für den ersten Schrein-Besuch des Jahres („Hatsumode“) genutzt – hier kann es ebenfalls sehr schnell, sehr voll werden an beliebten Schreinen. Aber dadurch, dass alle zu den Schreinen pilgern, gibt es hier an diesen Tagen aufgebaute Buden-Straßen mit japanischem Streetfood – beste Gelegenheit für Snacks, auch wenn man nicht zu den Göttern beten möchte.

Öffentliche Einrichtungen sind oft über den Jahreswechsel geschlossen und können für Ausflüge nicht genutzt werden. (z.B. die Aussicht-Plattform auf dem Rathaus von Tokyo)

Es finden keine rauschenden Silvester-Parties in Japan statt, kein Feuerwerk – sondern die Japaner feiern den Jahreswechsel gemütlich im Familien-Wohnzimmer bei Comedy-Shows. In Tokyos Innenstadt trifft man am Silvester-Abend gegen Mitternacht fast nur noch Ausländer, die einen Platz in einer Bar oder einen Club suchen.

Shopping-Highlight zu Neujahr: Ab 1. Januar verkaufen japanische Shops Fukubukuro. Eine Art Wundertüte mit vergünstigen Waren. Ich habe den Spaß mitgemacht und meine Erfahrungen darüber könnt ihr in diesem Blog-Beitrag nachlesen.

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Kirschblüte im Januar in Atami

Ab Ende Februar bis Mitte März kann man auch die ersten Pflaumenblüte sehen – oder ihr fahrt Mitte Januar nach Atami (ca. 1 Stunde von Tokyo) und seht dort die Winterkirschen in voller Blüte. Wie es dort aussieht, könnt ihr hier anschauen: Die erste Kirschblüte des Jahres in Japan.

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Im Mai hängen diese Karpfenfahnen zum Kindertag in ganz Japan

Japan im Frühling: April bis Mai

Der Frühling mit der Kirschblüte ist die beliebteste Reisezeit, um Japan zu entdecken. Dabei ist es gar nicht so einfach, die volle Blüte der Kirschen zu erwischen – sie ist so knapp, dass man hier wirklich Glück haben muss, um den idealen Zeitpunkt am richtigen Ort zu erwischen. Die Kirschblüten-Vorhersagen sind wie auch eine Wettervorhersage nicht immer perfekt. Die ersten Kirschen blühen im Süden und je weiter man in den Norden kommt, desto später die Kirschblüte. Man kann die Kirschblüte ungefähr von Mitte März bis Anfang April eingrenzen, wenn man seine Reisezeit in diesem Zeitraum legen und Gegenden wie Kyoto, Osaka und Tokyo besuchen möchte. Im Norden in Hokkaido ist erst Anfang Mai die Kirschblüte angesetzt!

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Aber weil der Frühling wegen der traumhaften Kirschblüte auch eine so beliebte Reisezeit ist, muss man rechtzeitig planen und kann sich nicht darauf verlassen, spontan noch günstige Unterkünfte buchen zu können. Ich würde jedem empfehlen, so früh wie möglich seine Reiseroute festzulegen, sowie sich Hotels und Hostel zu buchen. Die Preise ziehen zur Kirschblüte natürlich auch an und bei Bahnfahrten sollte man eine Reservierung nutzen, die man sich z.B. mit dem Railpass kostenlos holen kann.

Jedes Jahr werden neue Besucherrekorde in Japan gemeldet und einer der Höhepunkte ist immer wieder die Kirschblüten-Saison. Dabei sind die großen Touristen-Hotspots (Tokyo, Kyoto…) ziemlich überlaufen.

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Eines meiner liebsten Fotomotive: rosa Kirschblüte und gelber Raps.

Aber es muss nicht immer die Kirschblüte sein! In Japan gibt’s wunderschöne Blumenfelder und Gärten, die euren Instagram-Feed mit wunderschönen Blumen-Bildern im Frühling fluten können:

Ende April bis Anfang Mai fallen einige Feiertage in Japan aufeinander: die Golden Week! Vom 29. April (Feiertag zum Geburtstag des Kaisers Hirohito) bis zum 5. Mai (Kindertag) ist wieder eine große Reisewelle von Japanern in Japan. Die freien tage nutzen viele Japaner zum Reisen – auch hier sollte man genau planen und beachten, dass die Hotelpreise zu dieser Zeit anziehen und die Züge proppevoll sind, genauso wie die Straßen.

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Das Wetter ist im Frühling in Kanto oder Kansai ganz angenehm. Die Temperaturen liegen oft zwischen 10 bis 20 Grad, an manchen Tagen braucht man seine Jacke, aber dann kann man auch wieder ohne die Sonne genießen. Gerade im Mai ist das Wetter schon recht warm, manchmal sogar schon sommerlich und schwül. Im Mai ist auch der größte Ansturm der Frühlings-Touristen vorbei und nach der Golden Week findet man wieder etwas leichter und günstiger Unterkünfte.

Sommer in Japan Reisezeit

Der Sommer in Japan ist heiß!

Japan im Sommer: Juni bis August

Wenn man vom japanischen Sommer spricht, dann raten viele Touristen-Ratgeber davon ab, im Sommer nach Japan zu fahren. Gründe: zu heiß, zu feucht und überhaupt packt es der Kreislauf nicht. Ich hingegen blühe erst richtig auf, wenn es richtig warm ist. Mein Kreislauf macht bei Hitze auch nicht schlapp – ich liebe Sommer!

Meiner Meinung nach gibt es einige gute Gründe, um den Sommer in Japan zu erleben:

  • Feste (jap. Matsuri), wie z.B. das Gion Matsuri in Kyoto
  • Yukata ausleihen und über die Matsuri-Fressmeilen schlendern und am Abend ein Feuerwerk genießen (Meist Ende Juli bis August über das ganze Land)
  • Frischekick durch leckere Sommer-Snacks (Zaru-Soba, Kakigori-Eis, Somen …)
  • Badesaison an Japans Stränden ist eröffnet!
Reisezeit Japan: Sommer

Sommer in Japan ist Matsuri-Zeit

Der Sommer ist auch die beste Jahreszeit, um die Natur Japans zu entdecken: Wandern und Bergsteigen sind eine tolle Alternative, wenn man Outdoor-Aktivitäten vorzieht – die Berge bieten im Vergleich zu den heißen japanischen Städten eine willkommene Abkühlung.

Und wenn man auf den Fuji steigen möchte, dann geht das nur von Juli bis August, weil der Gipfel des Vulkans nur in dieser Zeit schneefrei ist. Dies ist auch noch ein Traum von mir, den sich Micha bereits während seines Auslandsstudiums erfüllen konnte.

Reisezeit Japan: Rauf auf den Fuji

Nur im Sommer kann man den Gipfel vom Fuji, Japans höchstem Berg und Vulkan, erklimmen.

Auch Hokkaido im Norden Japans ist ein erfrischendes Reiseziel im Sommer – und noch dazu wunderschöne Natur und dank neuer Shinkansen-Anbindung mittlerweile gut erreichbar. Weil der Sommer als Reisezeit unbeliebt ist, kann man hier einige Schnäppchen bei Hotels und anderen Unterkünften machen und auch die Touristen-Attraktionen an den beliebten Orten sind nicht völlig überlaufen.

Aber wie schon gesagt, der Sommer ist verdammt heiß. Temperaturen in Tokyo, Osaka und Kyoto bis über 30 Grad sind normal. Und normal ist auch, dass in allen Gebäuden mit Klimaanlagen diese auch auf Hochtouren laufen und man deswegen immer noch eine Strickjacke dabei haben sollte, weil geraden den Damen sonst schnell zu kalt wird.

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Der kühlende Eisblock

Ein Datum, wo man etwas aufpassen muss, ist das Obon-Fest Mitte August (bzw. Mitte Juni für Tokyo und Okinawa). Zum buddhistische Ahnenfest fahren viele Japaner zu ihren Familien – bedeutet, dass die Züge und Straßen mal wieder sehr voll sind. Aber die Feierlichkeiten mit viel Feuer, sind eigentlich einen Besuch wert.

Im Juni ist in der genannten Region auch Regenzeit und im Spätsommer/Anfang Herbst wird Japan auch immer wieder von Taifunen heimgesucht, aber hey – Regen kann euch auch im Frühling „heimsuchen“ und ist nicht ausschließlich auf die Regenzeit beschränkt. Die Regenzeit ist zwar nicht immer ideal, aber ein paar Regentage bekommt man immer irgendwie überbrückt.

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Im Juni ist Regenzeit – an manchen Tagen kann der Regen aber eine willkommene Abwechslung sein.

Kleiner Tipp: bringt ein Deo und Sonnencreme aus Deutschland mit. Diese Produkte sind in Japan recht teuer und oft nur in kleinen Größen zu erwerben. Wichtig ist auch, an Mückenschutz zu denken, da diese im Sommer in Japan Hochsaison haben und schnell nervig werden können. Ein Handtuch und Fächer gehören im Sommer immer in die Tasche – aber die bekommt ihr in Japan an jeder Ecke. Kein Grund, diese aus Deutschland mitzubringen.

Ansonsten würde ich euch noch den Artikel von Nipponinsider ans Herz legen: „33 Tipps für die Regenzeit in Japan“.

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Japan im Herbst: September bis November

Ich hab es weiter oben schon angedeutet: der Herbst ist Taifun-Zeit in Japan. Ein Taifun bringt nicht nur unglaubliche Niederschlagsmengen, sondern dazu auch noch starke Winde – und ich sag euch: noch nie war ich so schnell völlig durchnässt, wie nach wenigen Minuten in Tokyo durch einen Taifun zu laufen. dabei war es nur der Weg vom Hostel zur nächsten Station. Nicht jeder Taifun ist gleich eine große Naturkatastrophe, oft genug bringen sie nur ein paar heftige Regen-Sturm-Tage, aber dennoch sollte man sich bewusst sein, dass es bei einer Reise im Herbst durchaus passieren kann.

Wenn gerade aber kein Taifun über Japan hinweg fegt, ist der Herbst eine wunderbare Reisezeit, um Japan zu entdecken. Der September ist teilweise noch sommerlich warm und die Sonne scheint. Eines meiner persönlichen Höhepunkte ist das bunte Herbstlaub („Koyo“) in Japan.  Die Laubfärbung im Herbst wird fast ähnlich wie die Kirschblüte zelebriert, doch ist im Ausland sehr viel weniger bekannt oder beliebt. Dabei ist es ebenso wunderschön! In den höher gelegen Regionen könnt ihr das Herbstlaub bereits ab Ende Oktober sehen, während es in anderen Regionen erst Ende November soweit ist. Eine kleine Übersichtskarte findet ihr hier.

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In den letzten Jahren ist es in Japan auch immer angesagter geworden, Halloween zu feiern. Die Deko in vielen Shops und auch die saisonalen Snacks der Saison (Maronen!) sind nicht zu verachten – ein riesen Spaß! Und wer wollte nicht schon immer mal eine lustige Halloween-Party durch Tokyos Straßen mitfeiern? Und falls ihr Sehnsucht nach der Heimat bekommt, dann hilft vielleicht ein Besuch auf dem  Oktoberfest in Yokohama . Die Bierpreise können immerhin mit denen auf der Wiesn in München mithalten.

Wow, das ist tatsächlich länger geworden als gedacht – und hat länger gedauert. Wie vielleicht durchkam, gibt es meiner Meinung nicht DIE ideale Reisezeit für einen Japanurlaub. Es kommt für mich wirklich darauf an, was man in Japan mitnehmen möchte – so planen wir z.B. unseren nächsten Urlaub für nächsten Sommer, da ich unbedingt auf den Fuji möchte und dies ist nur im Sommer möglich.

Wenn ihr Fragen habt oder von euren Erfahrungen berichten wollt, dann freu ich mich sehr über einen Kommentar. Wann wart ihr in Japan – und was reizte euch in dieser Zeit hinzureisen?

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