2 Inhalt Warum ist die Wanderung zwischen Kurama und Kibune so beliebt?Kifune Schrein (貴船神社)Kurama-Tempel (鞍馬寺)Ausflug ab Kyoto: Anreise mit dem PanoramazugWanderung von Kibune nach KuramaBevor es los geht: 500 Yen für den Zutritt zum WanderwegWie anstrengend ist der Weg?Highlights des Kibune-Kurama-WanderwegsKinone Michi: Auf dem Trainigspfad der TenguUnsere Wanderung (Mit Strava-Link)Entspannung im Kurama OnsenHighlight im Sommer: Kawadoko in Kifune – eine besondere Tradition Kyotos Sehnst du dich nach einer Pause vom Trubel Kyotos? Die Wanderung zwischen Kurama und Kibune bietet genau das: eine schöne Tour durch dichte Wälder und über einen Wurzelpfad – perfekt als Tagesausflug in der Natur aus Kyoto. In Kurama erwartet dich der beeindruckende Kurama-Tempel. Nach der Wanderung entspannt ein Bad im Kurama-Onsen unter freiem Himmel. Kibune begeistert mit dem Kifune-Schrein und ab Mai beginnt dort die Kawadoko-Saison, wo du auf Plattformen direkt über dem kühlenden Fluss speisen kannst! Alle Infos zur Wanderstrecke inklusive unserer Strava-Aufzeichnung findest du in diesem Beitrag. Warum ist die Wanderung zwischen Kurama und Kibune so beliebt? Es ist der perfekte Tagesausflug außerhalb des Stadtgebiets Kyotos und bietet das, was viele Touristen an Japan fasziniert: einen Schrein und eine beeindruckende Tempelanlage, wunderschöne Natur, Kulinarik und einen Onsen – und das alles nur etwa 30 Minuten mit dem Zug von Kyoto entfernt. Seit der Wanderweg vor einigen Jahren im Lonely Planet angepriesen wurde, ist er auch unter westlichen Touristen immer bekannter geworden. Ein Geheimtipp ist er also nicht, aber auch nicht so überlaufen wie der Bambuswald in Arashiyama oder Fushimi Inari – also eine gute Idee für alle, die eine kleine Pause von den Menschenmassen brauchen. In Kibune gibt es ziemlich viele Ahornbäume. Der Eingang zum Kifune-Schrein. Kifune Schrein (貴船神社) Der Kifune-Schrein ehrt die Wassergottheit Takaokami-no-kami und zählte schon in der Heian-Zeit zu Japans bedeutendsten Heiligtümern. Kaiserliche Gesandte suchten ihn bei Dürre oder anhaltendem Starkregen auf, um um Hilfe zu bitten: Ein schwarzes Pferd wurde geopfert, wenn man Regen herbeisehnte, während weiße oder rote Pferde für schönes Wetter standen. Zudem gilt der Schrein als Ort der Versöhnung, seit die Dichterin Izumi Shikibu hier erfolgreich um die Rückkehr ihres Ehemannes bat. Die Haupthalle vom Tempel Kurama. Kurama-Tempel (鞍馬寺) Der Kurama-Tempel entstand im 8. Jahrhundert, doch seine Ursprünge bleiben rätselhaft. Der Legende zufolge erschien einem Schüler des chinesischen Mönchs Jianzhen im Traum die Botschaft, der Berg Kurama besitze besondere Kräfte: Der Schüler gehorchte und reiste nach Kurama, um dort einen Tempel zu bauen, der die spirituelle Energie des Berges bündeln sollte. Eng verbunden ist der Berg Kurama auch mit den japanischen Fabelwesen der Tengu: Hier soll Sōjōbō, der Anführer aller Tengu, leben. Ausflug ab Kyoto: Anreise mit dem Panoramazug Die Eizan Railway verbindet ab der Station Demachiyanagi den Norden der Präfektur Kyoto mit der Stadt. In direkter Nähe der Station liegen der Kaiserpalast von Kyoto und der Shimogamo-Schrein. Ideal, falls du vor der Fahrt noch etwas besichtigen möchtest. Auf der Kurama-Linie, die zu den Stationen Kibuneguchi und Kurama führt, fährt mehrmals täglich der Panoramazug „KIRARA“ mit riesigen Fenstern. Eine Reservierung ist hierfür nicht nötig und es kostet keinen Aufpreis. Zusätzlich fahren auch weitere Züge auf der Linie und besonders im Herbst, wenn die Strecke durch einen 250 Meter langen Ahorn-Tunnel führt, ist das toll. Doch es lohnt sich zu jeder Jahreszeit! Impressionen der Strecke siehst du hier: eizandensha.co.jp/sightseeing/seasons An der Station Demachiyanagi in Kyoto und in einem Zug der Kurama-Linie. Nach Kibuneguchi dauert die Fahrt 28 Minuten, nach Kurama 31 Minuten. Eine einfache Fahrt kostet 470 Yen für Erwachsene und 240 Yen für Kinder (6 bis 11 Jahre). Ein Tagespass („Ee-Kippu“) ist für 1.200 Yen (600 Yen für Kinder) in Demachiyanagi erhältlich. Alternativ kannst du bequem mit Suica, Icoca oder anderen IC-Cards zahlen. Wichtig: Der JR-Railpass gilt hier nicht. Von der Station Kibuneguchi aus ist es ein kurzer Spaziergang am Fluss entlang (ca. 20–30 Minuten) oder eine kurze Busfahrt hinauf in den Ort Kibune. Wer von der Station Kibuneguchi nach Kibune läuft, findet keinen separaten Gehweg. Wanderung von Kibune nach Kurama Viele Webseiten empfehlen die Wanderung in Kurama zu starten, weil es einerseits in Kibune mehr Restaurants und Cafés gibt, um danach einzukehren und andererseits ist der Anstieg ab Kibune steiler. Wir persönlich empfehlen aber in Kibune zu starten – denn am Ende wartet Kurama Onsen auf uns. Nichts ist besser nach einer körperlicher Aktivität, als im heißen Thermalwasser einzuweichen. Impressionen aus Kibune. Bevor es los geht: 500 Yen für den Zutritt zum Wanderweg Um den Wanderweg von Kibune nach Kurama zu gehen, muss man 500 Yen zahlen. Die Gebühr wird für die Reinigung des Berges, der Pflege der Vegetation und der Instandhaltung des Weges verwendet. Das Westtor in Kibune ist zwischen 9-16 Uhr besetzt, das Osttor in Kurama zwischen 8-17 Uhr. Der Weg ist aber ansonsten rund um die Uhr zugänglich. Der Zugang zum Tempel Kurama selbst ist kostenfrei, der Wanderweg startet hinter der Tempel-Haupthalle, vorher muss man aber erst einige Treppen überwinden (oder nimmt alternativ die Seilbahn für 200 Yen). Der Eingang zum Wanderweg in Kibune. Wie anstrengend ist der Weg? Wir persönlich fanden es nicht sonderlich anstrengend. Der reine Wanderweg ist etwa 2 km lang und dauert ca.1 Stunde, wir haben mit vielen Fotopausen knappe 45 Minuten benötigt. Es ist zwar nicht weit, aber man muss halt über einen Berg rüber und hat einige Höhenmeter zu überwinden über Treppenstufen, die einen den gesamten Wanderweg begleiten, hoch und runter. Barrierefrei ist der Wanderweg zwischen Kibune und Kurama nicht. Für durchschnittlich fitte Menschen sollte es kein Problem sein. Man benötigt auch nicht zwingend Wanderschuhe, Turnschuhe mit Profil sind ausreichend. Wichtig ist, dass du sicher in den Schuhen laufen kannst. Für Eltern: Ein Buggy oder Kinderwagen hat hier keine Chance. Du solltest den Nachwuchs in einer Trage dabei haben. Der Weg zwischen Kibune und Kurama hat vor allem viele Treppenstufen. Highlights des Kibune-Kurama-Wanderwegs In Kibune beginnt der Wanderweg schräg gegenüber dem Kifune-Schrein auf der anderen Flussseite. Er führt über den Berg Kurama ins gleichnamige Dorf. Zunächst steigst du steile Treppenstufen im Wald hinauf bis zum höchsten Punkt des Berges, zur Maōden, der Dämonenhalle. Kleines Toiletten-Häuschen auf dem Weg. Japanische Frösche machen „kero-kero“. Achtung, Wurzeln! Maōden, die Dämonenhalle Danach passierst du quakende Frösche und gelangst zu einem Wurzelpfad, wo die Wurzeln alter Zedernbäume wie ein bizarres Netz über die Erde ragen. Der Weg endet an der Haupthalle des Tempels Kurama. Das weitläufige Tempelgelände verlangt von der Haupthalle bis zum Eingangstor noch 160 Höhenmeter, von Kibune aus allerdings nur bergab. Erwähnten wir schon Treppen? Auf der Strecke gibt es auch mehrere Toiletten. Denk auch dran, Insektenschutz zu nutzen, denn zur warmen Jahreszeit sind Mücken, Wespen und weitere Insekten in der Natur unterwegs. Etwas Wasser sollte man ebenfalls dabei haben, denn auf dem Wanderweg gibt es keinen Getränkeautomaten. Kinone Michi: Auf dem Trainigspfad der Tengu Dieser Wanderweg ist mehr als eine Verbindung zwischen den beiden Dörfern Kibune und Kurama: er erzählt Geschichte und fordert heraus. Er gehört zur Legende von Ushiwakamaru, später bekannt als Minamoto no Yoshitsune – einem berühmten Samurai. Als Kind wurde er in den Tempel Kurama geschickt und soll dort nachts heimlich auf den steilen Pfaden zwischen Kibune und Kurama trainiert haben. Der Überlieferung nach wurde er hier von Tengu, beflügelten Fabelwesen mit langen Nasen und Meister der Kampfkunst, unterrichtet. Besonders der schweißtreibende Aufstieg vom Westtor in Kibune zum Maōden gilt seit langer Zeit als Prüfung für Körper und Geist. Dieser große Tengu-Kopf erwartet dich am Bahnhof von Kurama. Unsere Wanderung (Mit Strava-Link) Damit du weißt, was dich erwartet, habe ich die Wanderung aufgezeichnet. Der Weg ist kurz, aber die vielen Stufen machen ihn zu einem kleinen Workout! Wir haben die Tour an unserem ersten Tag in Japan Mitte Mai 2025 unternommen. Morgens landeten wir in Osaka am Flughafen KIX, fuhren mit dem Haruka Express nach Kyoto und checkten bereits gegen 10 Uhr im Hotel ein. Nach einer erfrischenden Dusche suchten wir ein frühes Mittagessen. Anschließend spazierten wir über das Gelände des Kaiserpalasts nach Demachiyanagi, um Alex zu treffen, der uns auf dem Ausflug begleitete. Gegen 12:30 Uhr brachen wir von dort auf und stiegen in Kibuneguchi aus. Zuerst kehrten wir in das Kawadoko-Café „Sagenta“ ein, dann besichtigten wir den Kifune-Schrein. Das Höhenprofil der Strecke Kibune nach Kurama. Unsere Tour in Strava. Die Wanderstrecke führte von Kibune nach Kurama. Um 15 Uhr starteten wir am Westtor in Kibune, erreichten etwa 20 Minuten später die Maōden und durchquerten das Osttor in Kurama um 15:45 Uhr. Die Tour kannst du auch auf Strava ansehen. Danach entspannten wir uns im Onsen in Kurama. Um 18:30 Uhr waren wir zurück in Kyoto-Demachiyanagi, pünktlich zum Abendessen. Ein perfekter Start in unseren Japanurlaub! Entspannung im Kurama Onsen In Kyoto gibt es nur wenige Onsen. Kurama-Onsen heißt auch Tagesgäste willkommen. Nach einem Taifun blieb er wegen großen Schäden lange geschlossen, doch dank einer Crowdfunding-Aktion öffnete das Außenbecken im Herbst 2024 wieder. Für 1.500 Yen (am Wochenende 1.600 Yen) können Besucher im Rotenburo, dem Außen-Onsen, baden. Handtücher müssen mitgebracht werden, sind aber auch an der Rezeption erhältlich. Schließfächer funktionieren mit einer 100-Yen-Münze als Pfand. Wer zusätzlich das Innenbad, die Ruhebereiche sowie Handtücher und Onsen-Loungewear nutzen möchte, zahlt 2.600 Yen. Tattoos sind kein Hindernis. Mehr Infos gibt es hier: kurama-spa.com Die Treppen zum Tempel Kurama. Highlight im Sommer: Kawadoko in Kifune – eine besondere Tradition Kyotos Wenn die drückende Sommerhitze Kyoto beherrscht, suchen Einheimische und Besucher gleichermaßen Zuflucht beim Kawadoko. Von Mai bis September genießt man hier Gastronomie direkt über dem kühlen Wasser. Entlang des Kamogawas im Stadtzentrum entstehen Holzterrassen, doch im Dorf Kibune sitzt man noch näher am Wasser: Dort schweben die Plattformen nur wenige Zentimeter über dem sprudelnden Kibune-Fluss. Die frische Brise und das Rauschen des Wassers kühlen wie eine natürliche Klimaanlage. Viele Restaurants und Cafés servieren hier ihre Speisen, besonders beliebt sind Kaiseki und Eintopf-Gerichte mit Fisch und Fleisch oder Nagashi Somen – Nudeln, die man mit Stäbchen aus Bambusrohren fängt, während sie im Wasser fließen. Da die Plätze begehrt sind, empfiehlt es sich, früh anzureisen oder rechtzeitig zu reservieren. Die Nagashi Somen gibt es ausschließlich im Restaurant Hirobun. Reservierungen sind dort dafür nicht möglich, die Tickets verkauft man zwischen 11 und 12 Uhr an der Rezeption für 2.000 Yen, nur Barzahlung. Werde Unterstützer Du möchtest The Hangry Stories einmalig oder monatlich mit einem kleinen Betrag finanziell unterstützen und ein kleines Dankeschön bekommen? 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