So war die #Otterhochzeit

Letzten Freitag war es soweit: Micha und ich haben geheiratet und auch wenn viele von euch durch unseren Hashtag doch irgendwie auf Instagram und Twitter „dabei“ waren, möchte ich noch einen kleinen Beitrag hier im Blog schreiben.

Für uns war schon lange klar, dass wir heiraten wollen. Zusammen sind wir seit 14. Februar 2008 und in den letzten Jahren haben wir gemeinsam viel erlebt. Die Umstände waren nicht immer einfach – finanzielle Unsicherheiten, Grundwehrdienst (es gab noch die Wehrpflicht), der Tod meiner Mutter und Michas Auslandsstudium in Japan – nur um ein paar Stichwörter zu nennen. Wir sind gemeinsam gewachsen und haben dafür gearbeitet, wo wir jetzt sind. Und in diesen Jahren hatten wir wirklich die besten Freunde an unserer Seite, die man sich nur vorstellen kann. Auch an unserem Hochzeitstag und vorab bei der Planung haben sie geholfen, unterstützt oder waren einfach da, wenn wir einfach nur motzen mussten.


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Hochzeits Deko

Unsere Einladungskarten und Ring-Box

Hochzeits Deko

Otter-Liebe

Das Hochzeitsbudget: Überschaubar

Da wir unsere Hochzeit selbst finanzierten, ich wenige Monate vorher meine Bafög-Schulden komplett in einer Einmalzahlung beglich (yay!) und Micha als Doktorant keine großen Sprünge machen kann, war unser Budget recht überschaubar. Ich hab akribisch mitgeschrieben und wir kommen am Ende bei etwas mehr als 3.000 Euro raus. Davon entfallen knapp 2.000 Euro auf die Feier am Hochzeitstag. Das ist nicht viel Geld, wenn man die typischen Hochzeitsratgeber und Budgetplaner durchsieht. Aber ich muss sagen, dass ich absolut nichts vermisst habe und selbst mit mehr Geld, wenig anders geplant hätte. Wir haben dafür natürlich an einigen Punkten gespart:

  • Kein Fotograf: Wir haben uns eine gute Kamera von Michas Arbeitsplatz ausgeliehen und Freunde Fotos machen lassen. Nicht optimal, aber absolut okay, wenn man vorher mit den entsprechenden Freunden spricht. Ich wünsche mir aber noch ein stressfreies, romantisches After-Wedding-Shooting, dass auch eher in unser Budget passt, als einen Fotograf der die Feier von morgens bis abends begleitet.
  • Kein DJ: Unsere Location hatte keine Tanzfläche – also wozu dafür Geld ausgeben? Laustsprecher-Box von Michas Arbeit + Spotify-Premium reichten für unsere Zwecke absolut aus. (Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht gerne tanze….)
  • Keine Party bis Morgens: Servicekräfte sind ab einer gewissen Uhrzeit ziemlich teuer, also haben wir gegen 1 Uhr die letzten Gäste verabschiedet.
  • Keine Hochzeitstorte vom Konditor: Das hier ist ja ein Foodblog, also habe ich für 50€ Materialkosten den Tag vor der Hochzeit selber eine zweistöckige Torte gebacken und von vielen Seiten Lob bekommen. Ich gebe zu, dass es mich schon ein wenig gestresst hat, aber dafür bin ich die meisten anderen Dinge locker angegangen.
  • Kein neues Brautkleid: Ich habe meine Brautkleid für 180 Euro bei Kleiderkreisel gekauft. Es passte (fast) perfekt, ich musste es nur in der Länge kürzen.
  • Nur die engsten Familien-Mitglieder und Freunde – ich hätte noch so gerne, so viel mehr Leute eingeladen!
  • Nicht unendlich viel Deko-Shit: Ich bin in einigen Hochzeitsgruppen auf Facebook und sehe dort,  wie sich viele Bräute in unendlich viel Kleinkram verlieren. Ich hab auch ein bisschen gebastelt, aber meine Würstchengläser für die Tischdeko oder mein Sitzplan waren dagegen recht harmlos.
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Würstchen-Gläser-Deko mit Tischnummern.

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Blumen vom Floristen

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Der Sitzplan: Bilderrahmen, bisschen Geschenkpapier, Tonkarton und Tortenspitze

Standesamtliche Trauung in der Mandlstraße

Wir haben am Freitag im Standesamt in der Mandlstraße in München geheiratet. Wir waren der erste Termin um 8.45 Uhr und wirklich froh, dass wir in die Mandlstraße, direkt am Englischen Garten, konnten. Das andere Standesamt ist nämlich direkt am KVR an der Poccistraße und ist der Innbegriff von Amt, wie man es sich vorstellt. Mitten in der Stadt, wenig romantisch – da haben wir trotz der frühen Uhrzeit und 50 Euro Mehrkosten direkt zugegriffen, als es hieß, in der Mandlstraße wäre noch was frei.

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Anmeldung mit den Unterlagen

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Gleich geht’s los! Der Plüsch-Hund ist übrigens eine Taschentuch-Box.

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Das erste Mal mit dem neuen Nachnamen unterschreiben

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Ringe!

Lange hat’s nicht gedauert mit der Trauung, das nächste Brautpaar stand schon bereit und nach einem kurzen Sekt-Empfang und ein paar Gruppenbildern, schickten wir die Family wieder heim oder ins Hotel. Mit den Freunden, die im Standesamt dabei waren, sind wir dann noch frühstücken gegangen – hier noch einmal vielen Dank an Cyn & Sophia für die Organisation und Einladung!

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Feier in Aying

Danach ging es wieder heim und wir haben mit Dominik, der unser persönlicher Fahrer für den Tag war, diverses Zeug ins Auto gepackt und zu unserer Veranstaltungslocation nach Aying gebracht. Das ist ein kleiner Ort ca. 30 Minuten vor München, den wir schon öfters bei Radtouren angefahren haben, guter S-Bahn Anschluss und mit dem Brauereigasthof eine tolle Wirtschaft mit eigener Brauerei. Wir haben dort für unsere Feier den „Troadkasten“, einen alten Getreidespeicher, gemietet. Dort mussten wir keine Mietkosten zahlen, sondern nur einen Mindestumsatz sicherstellen. Ich hab mich in den Hütten-Look verliebt, aber eine echte Berg-Hochzeit war von den Kosten und der Erreichbarkeit keine Option – daher war es für uns die optimale Lösung.
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Mein erster Plan für eine kostengünstige Hochzeit in München war übrigens, einen Veranstaltungsraum und separat ein Catering zu suchen, Getränke auf Provision und am nächsten Tag selber reinigen. Aber ganz ehrlich? Alle Räumlichkeiten die ich angefragt habe, lagen zwischen 800 bis 1.500 Euro Mietkosten. In München geht das offensichtlich. Die Wochenenden bei den Jugendzentren sind bereits ewig im Voraus ausgebucht und waren teilweise nicht einmal mit Tischen, Stühlen sowie Geschirr & Besteck für 50 Personen ausgestattet. Das hätte alles zusätzlich noch gemietet werden müssen. Das war mir nach ein paar ersten Preisanfragen alles „zu viel“. Also weg von diesem Plan und ich habe verschiedene bayrische Wirtschaften mit extra Räumen für Festen angefragt – und mit einem Mindestumsatz in unserem Budget sind wir in Aying gelandet. Eine gute Entscheidung, da die Mitarbeiter uns immer gut beraten haben und der Service uns an diesem Tag sehr unterstützt und entlastet hat.

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Als Gastgeschenk und Platzkarte gab es kleine Lebkuchen-Herzen

Wir haben uns ab 15 Uhr wieder alle getroffen, dann gab es erst ein paar Willkommens-Getränke und Flammkuchen, später Kuchen und ab 19 Uhr Abendessen mit Brotzeitplatten und Brezn.

Leider hatten wir ein bisschen Pech mit dem Wetter:  zu Beginn hat es ganz arg geregnet. So konnten wir nicht wie geplant Draußen Kuchen essen, sondern sind direkt in den Troadkasten gezogen. Bevor wir aber rein durften, mussten Micha und ich noch ein kleine Aufgabe erfüllen . . .

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Was denkt ihr, wer gewonnen hat?

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Gewünscht haben wir uns nur Geld – dafür haben wir einen „Briefkasten“ hergerichtet und bereits in den Einladungen darum gebeten, auf große Bastel-Geschenke zu verzichten. Nur zwei Gäste haben diese Bitte ignoriert, aber ansonsten haben wir richtig tolle und kreative Karten erhalten, die man viel besser aufheben kann.

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Später wieder so: Sonnenschein!

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Rehe!

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Nach unserem Spaziergang folgten ein paar lustige Spiele, die gemeinsam von Freunden geplant wurden und ich musste zwischenzeitlich echt Tränen lachen. Dann gab’s schon Abendessen und es folgten eine Rede von Micha und tatsächlich wurden von weiteren Gästen noch einige emotionale Beiträge vorbereitet und vorgetragen, die mich echt sprachlos machten. Was da zusammengekommen ist, war einfach nur der Wahnsinn. Wir haben ungelogen echt die besten Freunde!

Und dann wurde gefeiert!

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Wir bedanken uns bei allen, die unseren Hochzeitstag so wunderschön gemacht haben.

P.S.: Wer sich übrigens fragt, warum es #Otterhochzeit heißt, hier die Erklärung:

Das sind Otti und Metti – ein Otterpärchen von der japanischen Zeichnerin @kagijouurushi. Ihre Bilder können auch als Sticker-Sets in der Messenger-App LINE gekauft werden – und Micha und ich haben sie alle. Line ist der bevorzugte Messenger bei uns im Freundeskreis und wenn wir Sticker in Line schicken, dann sind es fast immer welche von Otti und Metti. Und bei manchen Comic-Strips frage ich mich ernsthaft, ob die Zeichnerin uns heimlich beobachtet, weil die Otter genau die Dinge tun, die Micha und ich auch tun. Noch dazu sind Otter einfach unglaublich cool.

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