Amanohashidate: 5 Tipps zur Himmelsbrücke

Es wird Zeit für einen ersten Japan-Eintrag! Juchu! Ich möchte euch hier im Blog nämlich auch Reiseziele in Japan näher bringen, die sich für einen Ausflug lohnen.

Ihr seid in Kyoto, es ist gutes Wetter und habt Zeit für einen Tagesausflug? Dann fahrt auf alle Fälle nach Amanohashidate (天橋立). Wenn man von den Bergen auf die mit Kiefern bewachsenen Sandbank hinunterblickt, dann hat man eine der drei schönsten Landschafts-Aussichten Japans vor sich.

Keine Sorge, das hab ich mir nicht ausgedacht – die Japaner lieben Rankings und „Top“-Irgendwas. Die anderen beiden sind übrigens das rote Tori vor Miyajima und die Inseln vor Matsushima – hier werden demnächst auch noch Einträge folgen.

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Für den Ausflug nach Amanohashidate reicht tasächlich ein Tagesausflug von Kyoto aus. Zum Abendessen könnt ihr wieder zurück sein. Im Vergleich zu anderen Touristen-Zielen in Japan, empfand ich Amanohashidate im September als sehr angenehm und nicht völlig überrannt.

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Tipp 1: Spaziergang über die Sandbank

Die mit Kiefern bewachsene Sandbank ist 3,6 Kilometer lang, für einen langsamen Spaziergang braucht man ungefähr eine Stunde. Ich hab den Spaziergang sehr genossen und am Strand meine Füße ins Wasser gehalten. Wer es eilig hat, kann sich auch ein Radl ausleihen – dies ist an vielen Orten möglich.

Falls ihr im Sommer nach Amanohashidate kommt: Bringt Badesachen mit! Der Sandstrand ist sehr schön und es gibt viele Toiletten, Duschen (aus Beton in Baumstamm-Optik, hat ein bisschen DDR-Flair) und überdachte Picknick-Plätze!

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Tipp 2: Kopfüber die Brücke in den Himmel betrachten

Sobald ihr die andere Seite  erreicht habt, nutzt den Sessellift, um zur Aussichstplattform des Kasamatsu Parks zu kommen. Der Sessellift ist ein bisschen gruselig, weil man teilweise ziemlich weit vom Boden entfernt ist, und nicht zusätzlich gesichert ist. Meine größte Angst war, dass ich mein Handy fallen lasse und dann arme Japaner danach suchen müssen. Die „Vorsicht Schlangen“-Hinweise machten es nicht wirklich besser.

Oben gibt es zwei Plattformen zur Aussicht, Sitzplätze und natürlich ein kleines Omiyage (Mitbringsel)-Geschäft. Ich bin übrigens großer Fan vom Zapfen-Maskottchen – ist er nicht süß?

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Wenn man sich die Sandbank kopfüber von der Aussichtsplattform ansieht, dann soll es so aussehen, als führt eine „Brücke“ von der Erde in den Himmel. Der Platz ist sehr beliebt und ihr müsst euch da mit den Japanern batteln.

Tipp 3: Photospot für Verliebte

Die Japaner sind gut vorbereitet: Auf der Aussichtsplattform gibt es eine Selbstauslöser Photo-Spot, sogar mit Ablage-Stativ für die Kamera in perfekter Höhe. Da machen wir doch mit! Leider sind wir (noch) keine Selfie-Profis und auch die Sonne stand bei unserem Besuch ziemlich ungünstig, aber ich liebe solche Angebote!

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Tipp 4: Religion im Vorbeigehen

Man kommt unweigerlich an einigen religiösen Orten vorbei: den Chion-ji Tempel, Naria-ji Tempel und Kono Schrein. Die kleinen Fächer an den Kiefern beim Chion-ji Tempel fand ich wunderschön. Es handelt sich dabei um kleine Horoskope. Sonst sieht man meistens geknotete Zettel an Seilen, die Fächer fand ich ungewöhnlich. In diesem Tempel beten auch viele Studenten um akademischen Erfolg – ein buddhistischer Gott der Weisheit „lebt“ hier.

 

Tipp 5: Geld sparen mit dem Amanohashidate Pass

Mit dem Zug kommt ihr aus Kyoto in knapp 2 Stunden nach Amanohashidate. Wenn ihr einen JR-Railpass habt, dann könnt ihr fast die gesamte Strecke damit fahren, aber die letzte Teilstrecke ist leider nicht mehr JR.

20140917_170506Ich empfehle euch daher den „Amanohashidate Pass“ zu kaufen – das Ticket erhalten alle Touristen in Japan. Für 1.600 Yen (ca. 12 Euro) bekommt ihr nicht nur die restliche Bahnfahrt (Hin- und Rückfahrt, da Tagesticket, sondern auch die Fahrt mit dem Sessellift zum Kasamatsu Park, Fahrrad Ausleihe und eine Überfahrt mit einem Sightseeing Boot.  Und wenn ihr alle diese Dinge nutzt, dann habt ihr unglaublich viel Geld gespart, denn die Einzelpreise sind zusammengerechnet viel teurer.

[Update März 2017]

Leider habe ich heute rausgefunden, dass der Amanohashidate Pass im Oktober 2016 eingestellt wurde. Das Angebot ist mittlerweile nicht mehr verfügbar. Danke an Carina für den Hinweis per E-Mail!

Und sonst so?

Vom Bahnhof bis zur Sandbank läuft man durch eine Ladenzeile, hier gibt es neben verschiedenen Restaurants auch Souveniers ohne Ende, z.B. auch getrocknete Kugelfische. (Bezweifle allerdings, dass man damit durch den Zoll in Deutschland kommt). Zum Mittagsessen haben wir uns in ein kleines japanisches Restaurant gesetzt und ich hab mir Omurice bestellt.

Wer keine Lust auf 2 Kilometer laufen oder radeln hat, der kann auch ins Amanohashidate Viewland (天橋立ビューランド) gehen. Dies ist ebenfalls auf einem Berg, vom Bahnhof nicht weit weg und eine Seilbahn fährt hoch – oben gibt es sogar ein Riesenrad.

Wer ein heißes Bad nehmen möchte, kann auch Chie-no-yu (智恵の湯)  besuchen – ein kleiner Onsen in Bahnhofsnähe mit getrennten Bereichen für Männer und Frauen.

Fazit: Ein Ausflug nach Amanohashidate lohnt sich immer, gerade wenn man mal ein bisschen Meerluft schnuppern und dem Trubel der japanischen Großstädte entfliehen möchte.

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