[Buch-Rezension] So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand

Hinweis: Für diese Rezension wurde mir das Buch „So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand“ vom Christian Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Mit diesem Beitrag starte ich eine neue Rubrik im Blog: Rezensionen japanischer Kochbücher, die in Deutschland erscheinen. Einige Leser haben mich nach Buchtipps aus der japanischen Küche gefragt und ehrlich gesagt war ich da etwas ratlos. Die meisten meiner hier vorgestellten Rezepte sind Abwandlungen aus japanischen Kochbüchern und Magazinen, die ich in Japan im Second-Hand Buchladen „BookOff!“ gekauft habe. Zeit sich ein wenig mit dem deutschen Markt an japanischen Kochbüchern zu beschäftigen!

Das erste Kochbuch, dass ich euch hier vorstelle, ist ein echter Schatz! Bereits beim flüchtigen Durchblättern war ich sehr begeistert und, nachdem ich jetzt einige Rezepte aus dem Buch nachgekocht und damit also einen Praxistest unterzogen habe, möchte ich es euch vorstellen.

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So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand

  • 272 Seiten, ca. 275 Abbildungen
  • Verlag: Christian
  • Hardcover ISBN 978-3-95961-012-4
  • Preis: 24,99 Euro bei Amazon*

* Dieser Link führt auf Amazon und ich nehme am Amazon-Partner-Programm teil. Dies bedeutet, ich bekomme für über diesen Link gekaufte Produkte eine Provision.

Japanisch kochen ist eine Reise. Miso, Bento, Sushi und Ramen kennt heute fast jeder. Aber nur wenige wagen sich selbst an die Zubereitung japanischer Gerichte heran. Das neue Kochbuch von »lonely planet« lädt ein zum Ausprobieren und Kennenlernen – mit 70 Rezepten für erfahrene Fans und neugierige Einsteiger ins japanische Kochen. Köche vor Ort stellen bekannte und unbekannte Gerichte aus den Regionen Japans vor. Eine Reise, die sich lohnt!*

Pressetext zu „So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand“, Christian Verlag
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Das Kochbuch ist in folgende Rezept-Kategorien eingeteilt:

  • Der Norden
  • Tokio und die Mitte
  • Kansai
  • Der Westen
  • Der Süden

Zu Beginn jeder Kategorie begrüßt den Leser der Ausschnitt der Japan-Karte, um den es gerade geht und die wichtigsten Städte dieser hervorgehoben. Die vorgestellten Rezepte sind oft Spezialitäten, die in der entsprechenden Region bekannt sind. Damit hat mich das Kochbuch direkt gewonnen. Auf meinen Reisen durch Japan habe ich recht schnell gelernt, dass regionale Gerichte zur Identität gehören und auch Grundlage für ein umfangreiches Marketing von Restaurants, Mitbringseln und weiteren regionalen Produkten bietet. Es gibt japanische Rezepte, die so eindeutig mit einem Ort verbunden sind, dass man sie bei einem Besuch unbedingt gegessen haben muss – ansonsten bekommt man ziemlich schnell das Gefühl, etwas zu verpassen.

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Beim Durchblättern von  So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand lächelten mich dann vom Norden bis zum Süden lauter bekannte Gerichte und Orte an, z.B.:

  • Rinderzunge (Gyutan) und Zunda Mochi (Reiskuchen mit Sojabohnen-Paste) in Sendai
  • Oyaki (Gemüsebrötchen) aus Nagano
  • Tonkatsu (Schweine-Schnitzel) in Tokio
  • Takoyaki (Oktopus-Bällchen) in Osaka
  • Okonomiyaki in Hiroshima
  • Soba nach Shippoku-Art aus Kyoto
  • Tonkotsu-Ramen aus Fukuoka

Besonders gefallen hat mir auch, dass die vorgestellten Rezepte direkt aus Restaurants der Region stammen. Diese Restaurants und auch die besonderen, verwendeten Zutaten werden auf einer Seite vor dem Rezept vorgestellt – und wer bei der nächsten Japan-Reise das Original probieren möchte, der findet auch die Adressen der Restaurants im Buch.

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Takoyaki aus Osaka

Die Fotos der Orte und Gerichte sind auch alle sehr ansprechend und ich muss nur wieder durch das Buch blättern um im Fernweh zu schwelgen. Genau so muss ein Reise-Kochbuch sein:  Geschichten aus dem fernen Land erzählen, dabei Lust auf eine Reise machen und bis es so weit ist, kann man die Gerichte daheim nachkochen.

Ich glaube aber, dass dieses Buch den ein oder anderen Einsteiger in die japanische Küche etwas überfordern könnte. So ist die Headline der Rezepte immer rein japanisch geschrieben und darunter findet man etwas kleiner die deutsche Übersetzung. Ich hätte es mir andersrum gewünscht. Gerade die längeren Namen von Gerichten wie „Buri Daikon to mozuku no miso ae„, „Yasai kinoko: nameko shabushabu to shiitake no sumibiyake“ oder „Naruto tai no sakamushi“ sind zwar für mich verständlich – aber für den Durchschnitts-Leser finde ich es tatsächlich etwas ungünstig gewählt.

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Die vorgestellten Rezepte sind meist sehr traditionell und damit auch etwas, was man dann doch eher am Wochenende mit mehr Zeit nachkocht, als nach der Arbeit unter der Woche. Auch weil viele Zutaten verwendet werden, die man nicht mal eben im Supermarkt besorgen kann, sondern die eher in Asia-Märkten oder im Bio-Supermarkt zu finden sind. Damit braucht es bereits bei der Planung etwas mehr Vorlauf. Aber dafür erhält man das, was der Titel bereits verspricht: authentische japanische Gerichte – und dafür benötigt man eben auch authentische Zutaten. Die Zubereitungen sind aber sehr gut beschrieben und auch die Mengenangaben sind passend. Die Fotos zu den Restaurants und zu den Gerichten sind ein Traum.

Ich liebe diese Authentizität und für mich wird dieses Kochbuch so zu einer wunderbaren Inspiration. Aber ich bin mit der japanischen Küche und auch vielen Zubereitungsarten vertraut – dies trifft nicht auf alle Leser zu.  Und das ist auch mein größte Kritikpunkt, den ich an das Buch habe: es richtet sich meiner Meinung nach nicht an Leser und Hobbyköche, die Einsteiger in die japanischen Küche sind. Ich glaube, dass einige Rezepte überfordern können – und sei es nur die Tatsache, dass man die Zutaten nicht im normalen Supermarkt um die Ecke erhält. Zwar sind Online-Händler im Buch aufgeführt – aber bei Frischware sieht es auch bei diesen etwas schwieriger aus: Seeigel, Taro-Wurzel, Nameko-Pilze, Hoba-Blätter, Kuzu (Pfeilwurzstärke) und ganze Krabben bekommt man nicht überall.

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Ich mag jetzt Tonkatsu haben!

Mein Fazit:

Ich hab selten ein Koch- oder Backbuch in den Händen gehalten, dass den Anspruch „Authentisch“ wirklich standhalten kann, besonders wenn es bereits im Titel steht. Aber hier? Absolut gerechtfertigt. Wer ein Kochbuch über die traditionelle, japanische Küche und auch traditionelle Zubereitungen sucht, der hat es hiermit gefunden. Aber wenn jemand Rezepte für ein bisschen Sushi und zum Einstieg in Japans Rezeptwelt sucht, dann ist dieses Kochbuch (noch) nichts für euch.
Ich bedanke mich beim Christian Verlag für die kostenfreie Zusendung des Rezension-Exemplares von „So schmeckt Japan. Authentische Rezepte und Geheimtipps aus erster Hand“.
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