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World Cosplay Summit 2019

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World Cosplay Summit 2019

Die Teilnehmer*innen des World Cosplay Summit 2019 Vorentscheides auf der Connichi

Einmal im Jahr treffen sich Fans japanischer Popkultur in Nagoya, um den “Weltmeister” im Cosplay zu küren. Cosplay, das ist die Kunst, zweidimensionale Charaktere mit Kostümen, Rüstungen, Make-Up und Accessoires in unsere Welt zu bringen. Was 2003 als kleines Treffen mit vier Ländern anfing, hat sich zu einem internationalen Wettbewerb mit 40 teilnehmenden Ländern und Regionen entwickelt. Deutschland ist von Anfang an vertreten und schickt seit 17 Jahren Vertreter zum Finale nach Japan. Willkommen beim WCS, dem World Cosplay Summit.

Die erste Hürde: Vorentscheid in Deutschland

Der Weg ins Finale ist kein Zuckerschlecken. Jedes Jahr im September findet in Kassel die Connichi ab, ein Großereignis bei dem die japanische Popkultur gefeiert wird und zu dem wir an drei Tagen bis zu 27.000 Besucher begrüßen. Dort findet der deutsche WCS-Vorentscheid statt, um das beste Team des Landes für Japan zu finden. Bis zu 20 Duos treten an, aber nur eines kann ins Finale in Japan einziehen. Wir suchen wir wahre Multitalente: um im Finale zu bestehen, muss man auf professionellem Niveau nähen, Rüstungen bauen und in 150 Sekunden einen Bühnenauftritt darbieten, der Jury und Zuschauer gleichermaßen begeistert. Auf der Connichi 2018 konnten sich Cita und Feder aus München mit ihren Kostümen aus “Prinzessin Mononoke“ durchsetzen und beide flogen mit uns Ende Juli 2019 in die japanische Sommerhitze.

Team Felix Felicis in ihren Final-Kostümen als Kushana und Nausicaä aus Hayao Miyazakis Klassiker “Nausicaä aus dem Tal der Winde”

Willkommen in Japan

Das Programm in Japan ist straff. Dieses Jahr gab es zum ersten Mal die “Tokyo Round“ in der Tokyo Dome City. Dort präsentierten sich alle 40 Teams einer Jury auf dem Laufsteg. Zusammen mit einer eingehenden Kostümbewertung, bei der auch Entstehungsprozess und Arbeitstechniken abgefragt werden, ziehen die besten 8 Teams direkt in die Finalrunde in Nagoya ein. Alle anderen gehen in die “Nagoya Round“ in der sie ihren einstudierten Auftritt präsentieren. Für 16 Teams ist hier Schluss, alle anderen treten im Finale noch einmal gegeneinander an. Unser Team aus Deutschland konnte sich in der “Nagoya Round“ qualifizieren. Sie begeisterten das japanische Publikum als Kushana und Nausicaä aus dem Hayao Miyazaki Klassiker “Nausicaä aus dem Tal der Winde“. Auch abseits der Wettbewerbstage gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. So stand ein Besuch im Freilichtmuseum “Meiji-Mura“, eine Hochzeitskapelle, eine Parade durch das Einkaufsviertel Osu und Touren ins Umland von Nagoya an. Natürlich alles im Kostüm, und bei bis zu 39° im Schatten. Am Sonntag den 4. August trafen die 24 Final-Teams im Aichi Art Center in einem furiosen Finale noch einmal aufeinander. 10 Tage harte Arbeit haben bei den meisten ihre Spuren hinterlassen, aber alle Teams gaben noch einmal alles.

“Cosplay everywhere” ist das Motto: wie jedes Jahr lädt der Osu-Kannon Tempel und die angrenzende Einkaufsmeile Cosplayer aus aller Welt zu einer Parade ein.

World Cosplay Grand Champion 2019…

… ist Australien! Mit ihrer famosen Lederarbeit an Rüstungen aus dem Videospiel “Monster Hunter” und einem überzeugenden Auftritt konnten A.K. Wirru und K die Jury überzeugen. Auch für unser Team gab es Grund zum feiern: Cita und Feder holen zum ersten Mal den Brother-Award nach Deutschland, der vom gleichnamigen Nähmaschinenhersteller für die beste Näharbeit vergeben wird. Herzlichen Glückwunsch!

Die Sieger beim World Cosplay Summit Finale in Nagoya. Links in blau-rot: das Siegerteam aus Australien. Rechts: der Bioré-Preis an die USA für das beste Make-Up.

Nagoya im Ausnahmezustand

Cosplay und Japan – das passt eigentlich gar nicht so gut zusammen. Es ist ein sehr visuelles Hobby, bei dem es immer darum geht sich vor anderen zu präsentieren. Während sich in Deutschland ganze Städte bei großen Events bunt färben, wird sich in Japan vor Ort nahezu immer in speziellen Umkleiden umgezogen. Selbst in der Tokyo Dome City war es nur in wenigen ausgewählten Cafés und Restaurants möglich, im Kostüm zu speisen. Mitunter war es sogar verboten, bestimmte Wege zu nehmen. Obwohl das Gelände ganz offiziell Teil des Events war, fühlte man sich eher ungewollt. Nagoya schlägt hier ganz andere Wege ein. Es gibt Events in verschiedenen Teilen der Stadt, eines davon am Osu-Kannon-Tempel, und in der angrenzenden Einkaufsstraße, die sich explizit mit dem Titel “Cosplay-freundliche Stadt” schmückt. So wird das Hobby nach außen getragen – und die Zuschauer und Anwohner lieben es. Bis spät in den Abend wird am Oasis 21 im Zentrum der Stadt fotografiert und geredet und sogar das U-Bahn-Fahren im Kostüm wird seit letztem Jahr aktiv beworben. Es war vorher nicht explizit verboten, aber die japanische Cosplay-Szene ist schon immer eher nach innen gerichtet, macht die Stadt selber nicht zum Austragungsort ihrer Treffen. Nagoya ändert dies Schritt für Schritt und fühlt sich deshalb tatsächlich wie eine “Cosplay-freundliche Stadt” an.

Im Meiji-Mura bei Inuyama treffen historische Kulissen – teils im Original erhalten – auf fantasievolle Kostüme. Hier stellen Cita und Feder San und Ashitaka aus “Prinzessin Mononoke” dar.

Völkerverständigung deluxe

Der WCS ist zunächst ein Wettbewerb. Auf der Connichi werden Sieger gekührt, wir sehen die Tränen der Verlierer ebenso wie die der Gewinner. Der Wettstreit steht unzweifelhaft im Vordergrund und nicht jeder geht gleich mit Sieg und Verlust um. Freundschaften entstehen genauso wie Rivalitäten – im guten wie im schlechten Sinne. Natürlich freuen wir uns, wenn unser Team sich in Japan bis ins Finale durchschlagen und sogar einen Preis mitnehmen kann. Die Connichi steht aber auch aus ganz anderen Gründen hinter dem Event und diese zeigen sich auf der traditionellen Onsen-Tour nach dem Finale: junge Menschen aus 40 Ländern samt ihrer Betreuer*innen feiern, singen, lachen und weinen gemeinsam. Auch Alumni aus den Vorjahren sind dabei, pflegen Freundschaften über viele Jahre hinweg und knüpfen beim Karaoke Verbindungen zu den neuen Teilnehmenden. Wer beim WCS dabei war, der hat auf jedem Kontinent der Erde Freunde fürs Leben gefunden. Dieses gemeinsame Band wird gestärkt durch die Liebe zur japanischen Popkultur. Sie alle kommen zusammen, weil sie Japan und seine (Pop-)Kultur lieben. Der World Cosplay Summit ist deshalb mehr als eine Veranstaltung der Deutsch-Japanischen Freundschaft. Er ist seit 17 Jahren ein Sinnbild für die alle Länder und Sprachgrenzen überbrückende, verbindende Kraft des hoch kreativen Hobbys “Cosplay”.

Junge Menschen aus 40 Ländern und Regionen feiern, singen und baden zusammen. Was will man mehr?

Team Germany 2020

Auf der Connichi 2019 in Kassel fand am 9. September die Kür unseres Team Germany 2020 statt. Durchsetzen konnte sich Team ImoNee mit ihren wunderbaren Kostümen von Dio und Bort aus Hôseki no Kuni. Beide haben etwa ein Jahr Zeit, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. Wir sind gespannt, was sie dort zeigen werden! Auch im nächsten Jahr wird das Team der Connichi wieder alles geben, um unser wichtigstes internationales Event für Austausch und Vernetzung junger Menschen zum Erfolg zu führen. Wir freuen uns schon auf den World Cosplay Summit 2020 in Nagoya!

Team ImoNee – das frisch gekürte Team Germany 2020 für das Finale in Nagoya.

Alle Auftritte des World Cosplay Summit 2020 Vorentscheides auf der Connichi gibt es, inklusive einem kurzen Intro-Video mit Eindrücken aus Japan, auch auf Youtube zu sehen! Den Auftritt von Team ImoNee könnt ihr ab Minute 45:55 sehen.

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Mehr Informationen zum World Cosplay Summit gibt es auf der Website der Connichi: https://www.connichi.de/wettbewerbe/cosplay/wcs-finale/

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