Mobiles Internet in Japan: Pocket Wifi, Prepaid Sim oder Free Wifi?

Wenn ich an meinen ersten Japan-Urlaub zurückdenke, dann war das noch bevor ich mein erstes Smartphone hatte. Ich war mitten in der Ausbildung und war froh mir den einen Trip nach Japan gerade so zusammen gespart zu haben (Tatsächlich war ich damals der Meinung: „Ach, ein Japan Urlaub im Leben reicht“) und dann ging wenige Wochen vor dem Urlaub auch noch mein Handy kaputt – die nächsten drei Monate war ich damit nicht erreichbar. Egal, ich war in Japan, wer braucht da schon ein Handy?

Meine Meinung heute: ich brauche mein Handy! Und dazu bitte ganz viel mobiles Internet!

Wenn man sich erst einmal an die ständige Verfügbarkeit von Instagram, Twitter, Karten  und all‘ den netten Messenger-Apps gewöhnt hat – puh, dann ist es verdammt schwer, auf ein voll funktionstüchtiges Smartphone zu verzichten. Da nicht nur ich der modernen Technik bereits so verfallen bin, gibt’s verschiedene Angebote für Touristen, um in Japan online zu gehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um als Tourist in Japan im Internet zu surfen.

Man kann diese in folgende Kategorien zusammenfassen:

  • Wifi im eigenem Hotel und Hostels
  • Öffentliche Wifis
  • Sim Karten mieten
  • Pocket Wifi mieten

Jede Punkt hat meiner Meinung nach seine Pros und Contras, deswegen werden ich sie euch jetzt mal kurz vorstellen und meinen persönlichen Favoriten aus dem letzten Urlaub verraten!

1. Wifi im eigenem Hotel und Hostel

In jedem Hostel, in dem ich in Japan übernachtet habe, gab es immer kostenloses Wifi. Und es war immer besser als in jedem deutschen Hotel, wo ich teilweise für Internetzugang sogar Geld bezahlt habe. In Hotels ist dies nicht immer Standard, deswegen sollte man hier bei der Buchung vorher prüfen ob es Wifi gibt. So hatten wir im letzten Urlaub ein Hotel, nur mit Kabel-Internet. Brachte uns nur nicht wirklich was, da wir nur Smartphones und Tablet dabei hatten. Scheinbar lassen sich hochpreisige Hotels den Zugang ins Internet mit den eigenen Geräten teuer bezahlen. Also Augen auf bei der Buchung!

Pro: kostenlos, einfach, top!

Contra: Man hat das W-Lan logischerweise nur, während man im Hotel ist. Manchmal kann es sein, dass der Empfang schlecht oder das W-Lan zu schwach ist, um alle Übernachtungsgäste zufrieden zu stellen. Für soziale Netzwerke und Photo Uploads hat’s bisher immer gereicht. Ich hab sogar im Hostel in Ishigaki Netflix geguck ohne schlechtes Gewissen.

2. Öffentliche Wifis

Die Dichte an öffentlich zugänglichen Wifis ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Doch ob man als Tourist da auch immer so einfach reinkommt, ist dann wieder die große Frage! Eine große Zahl an öffentlichen Wifi-Netzen in Japan verlangen eine Registrierung per E-Mail. Dumm nur, weil man ohne Internet nicht mal eben eine Mail verschicken kann – zumindest für uns Touris. Denn japanische Handys können dies bereits seit Urzeiten: Mails schreiben, ohne einen weiteren Internet-Zugang.

wifi

Aber hey, aufgrund der großen Touristen-Zahlen die nach Japan strömen, schläft die Tourismusbranche nicht und sorgt dafür, dass die öffentlich verfügbaren Netze leichter zugänglich werden und auch Restaurants und Cafés hängen mittlerweile immer häufiger „Free Wifi“ Schilder ins Fenster. Selbst im 7/11 (ein Combini) gibt es Internet!

Groß im Kommen sind in den letzten Jahren auch kostenlose Apps, die sich mit öffentlichen Wifi-Netzen automatisch verbinden und auch den Anmeldeprozess aufheben.

Die zwei großen Apps sind:

  1. Japan Connected-free Wi-Fi: Loggt sich zuverlässig in über 100.000 freie Hotspots ein und funktioniert einwandfrei! Android/ iOS
  2. Travel Japan Wi-Fi: Damit diese App sinnvoll genutzt werden kann, benötigt man einen Premium Code. Diesen erhält man oft an den Flughäfen oder Einkaufszentren an Touri-Hotspots (z.B. Akihabara). Ohne Code ist die App nahezu sinnlos. Android / iOS

Pro: Kostenlos, gerade durch die Apps ein einfaches und schnelles einloggen möglich. In Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufscentern und auch in Touristen-Centern findet sich immer ein freies W-Lan-Netz. Hiermit bin ich beim vorletzten Japan-Urlaub ganz gut über die Runden gekommen.

Contra: Tatsächlich gibt es mehr Wifi-Netze im Bezahlangebot von Docomo, Wi2 oder Softbank als freie Netze. Teilweise mit englischen Anleitungen, aber wenn man nähere Infos sucht, landet man wieder auf einer rein japanischen Seite. Ich denke, damit bleibt diese Variante den meisten Touristen verschlossen. Aber vielleicht wird dies in nächster Zeit auch noch weiter ausgebaut. 🙂

Ansonsten sollte man bedenken, dass in den Großstädten das Angebot an Free Wi-Fis natürlich größer ist, als in ländlichen Gegenden.

3. Sim-Karte mieten

Im letzten Urlaub habe ich eine Sim-Karte für mein Handy gemietet und ich werde es beim nächsten Mal sicher wieder machen, denn ich war von dem Sakura Mobile Angebot sehr begeistert. Die Simkarte kann direkt nach der Landung an den internationalen Flughäfen Japans abgeholt werden und vor dem Rückflug auch dort wieder spätestens in einem Briefkasten eingeworfen werden. Wer will, kann die Sim-Karte aber auch zum Hostel/Hotel schicken lassen.

Gelandet! #japan #osaka #aufnachkyoto

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Erstes Instagram-Bild des letzten Urlaubs mit der SakuraMobile-Sim aus dem Zug von Osaka nach Kyoto.

Es handelt sich hier um spezielle Touristen-Angebote, weil um sich selbst eine Sim-Karte in Japan zu registrieren, braucht es ein Visa und Adresse in Japan. Da sind die Japaner echt ein bisschen kompliziert…

Pro: Im Vergleich zum Pocket Wi-Fi relativ günstig, auch die angebotene Surf-Volumen war mehr als ausreichend, auch wenn ich Angst hatte, dass 3 GB für 3 Wochen zu knapp sind. Hat auch für zwei Personen gut gereicht. Das Einrichten der Sim-Karte war auch sehr einfach und gut erklärt. Wenig zusätzliches Gepäck, nur ein Rückumschlag.
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Auch super: Der Support! Ich hatte kurz vor dem Antritt des Japan-Urlaubs eine Mail bekommen, dass ich mein Datenvolumen bereits aufgebraucht hätte – was mich (verständlicherweise) ziemlich verunsicherte. Auf meine Nachfrage per Mail wurde relativ schnell und im guten Englisch geantwortet und das Problem schnell aus der Welt geschafft.

Contra: Man kann nur ein Gerät mit der Sim-Karte austatten. Wir haben uns damit beholfen, dass ich mit meinem Smartphone einen Hotspot aufgemacht habe – was super funktioniert hat. Allerdings hat dies meinen Smartphone-Akku an seine Grenzen gebracht und ich musste einmal am Tag die Powerbank anstöpseln.

4. Pocket Wi-Fi

Das Pocket Wi-Fi ist auch unter den Namen W-Lan-Ei, Personal Wi-Fi oder Portable Hotspot bekannt. Dabei handelt es sich quasi um einen kleinen mobilen Router, der für eure internetfähigen Geräte ein eigenes W-Lan aufbaut. Dieses kann man von zahlreichen Anbietern für den eigenen Japan-Urlaub mieten. Die Preise sind zwar höher als bei der gemieteten Sim-Karte, aber das Surf-Volumen ist ausreichend genug, um es mit mehreren Personen zu teilen, wenn man zusammen reist.

Die Geräte kann man an den großen Flughäfen abholen oder sich ins Hotel schicken lassen. Auch die Abgabe der Geräte erfolgt am Flughafen oder am letzten Briefkasten in Japan.

Pro: Mehrere internetfähige Geräte können ohne Probleme über einen längeren Zeitraum mit (schnellem) Internet versorgt werden, auch in ländlichen Gegenden sinnvoll.

Contra: Noch ein Gerät, dass mit Strom versorgt werden muss! Ehrlich gesagt, ist es mir zu lästig neben Smartphone, Tablet und Kamera-Akku noch ein weiteres Gerät aufzuladen. Tatsächlich kamen wir trotzdem mitgebrachter Mehrfachsteckdose an die Grenzen. Auch nimmt es Platz in der Handtasche/Rucksack weg. Der Preis ist auch relativ hoch, wenn man es alleine nutzt. Solange man es sich mit Freunden teilen kann, ist der Preis aber gerechtfertigt. Blöd ist es nur, wenn man sich im Urlaub auch mal kurz trennt – das Pocket Wi-Fi kann nur einer mitnehmen.

Anbieter im Überblick:

Hier ein erster Überblick, über die größten Anbietern von Sim-Karten oder Pocket Wi-Fis.

Anbieter EConnect Sakura Mobile Japan Travel Sim Japan-wifi.net
Sim Karte Datenvolumen 1GB

3GB

5GB

3 GB

5 GB

7 GB

1 GB

2 GB

X
Sim Karte

Preise

3.180 Yen bis 6.880 Yen 3.500 bis 5.000 Yen

+ 50 Yen/Tag Rental Fee

Preise hängen vom Verkäufer ab (Ladenverkauf in Japan) X
Telefonie möglich? Nein Nein X
Mietzeit 15 bis 30 Tage Ab 3 Tage 30 Tage

ODER

2 Monate

Bis zur 3 Monate
Pocket Wi-Fi Tages-Gebühr 308 bis 980 Yen/Tag 300 bis 750 Yen/Tag

+ 3000 Yen Activasion Fee

Abhängig von Mietdauer, hier nachzulesen
Versand 790 Yen 890 Yen inklusive

Weitere Anbieter sind: 

Kennt ihr noch mehr Anbieter  und habt sie sogar schon getestet? Wie geht ihr am liebsten in Japan online? Schreibt es mir doch bitte in den Kommentaren!

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