Nagasaki Bio Park: Ein Streichelzoo im Süden Japans

Der Nagasaki Bio Park ist für mich ein Highlight in Japans Zoo-Landschaft. Städtische Zoos in Japan sind leider oft ziemlich in die Jahre gekommen und viele exotische Tiere führen ein Leben in kleinen und unpassenden Gehegen. Aber der Nagasaki Bio Park ist nicht in der Stadt, sondern weit außerhalb von Nagasaki. Das heißt: verdammt viel Platz! Während unseres Besuchs war ich einfach nur begeistert und für mich war der Nagasaki Bio Park einer der schönsten Zoos, die ich bisher besucht habe. Ich fand besonders gut, dass Besucher verschiedene Möglichkeiten haben mit den Tieren zu interagieren.

Also kommt mit mir auf die Reise und schaut euch an, was euch im schönen Kyushu erwartet!

Nagasaki Bio Park 54

Infoflyer vom Bio Park. Gibt’s auch in Englisch.

Der Nagasaki Bio Park befindet sich in der Präfektur Nagasaki und bietet sich als Tagesausflug aus Sasebo, Nagasaki oder Fukuoka an. Das Besondere am Bio Park ist, dass man den Tieren recht nahekommen und sie fast immer auch streicheln und füttern kann. In die meisten Gehege kann man hinein oder durchgehen, andere Gehege sind so konzipiert, dass man gut hineinsehen kann. Es stehen auch überall Stationen zum Händewaschen und Desinfizieren bereit.
Nagasaki Bio Park 9

Eingangsbereich

Es wird passendes Tierfutter für einen kleinen Preis verkauft, aber nur so viel, dass die Tiere sich nicht überfressen. Außerdem achten an allen Gehegen Angestellte darauf, dass die Besucher die Tiere nicht überfordern/falsch anfassen. Bei gefährlicheren Tieren (wie z. B. den Ottern) kann man nicht selber füttern, hier gibt es feste Fütterungszeiten, bei denen man zusehen kann.

Die Zwergotter

Unser erstes Ziel im Park waren die Zwergotter, da wir bei der Fütterung dabei sein wollten – ganz knapp geschafft! Spätestens seit unserer #Otterhochzeit wissen die Meisten, dass wir Otter ziemlich cool finden und hier konnte man den beiden Ottern sehr gut zusehen. Das Gehege war wirklich genial mit dem Schwimmbecken und kleinem Wasserfall, Sonnenplätze und noch genug Wusel-Fläche.

Otter 2

Zwergotter können zwischen 45 bis 61 Zentimeter lang werden und zwischen 1 bis 5 kg wiegen. Damit sind sie die kleinste Otter-Art.

Nagasaki Bio Park 15 Otter 2

Tolles Becken, um den Ottern beim Schwimmen zuzusehen.

Offene, naturnahe Lebensräume

Der Nagasaki Bio Park hat den Luxus viel Platz zu haben: Auf insgesamt 300.000 qm wurden die großen, naturnahen Gehege für die Tiere hergerichtet. Die Auswahl der Rassen beschränkt sich auf mittelgroße, friedliche Tiere. Einige exotische Rassen, wie Giraffe und Zebra sind auch dabei, wirken im Gesamtbild aber etwas fehl platziert.

Insgesamt haben die Gehege ein sehr positives Bild bei mir hinterlassen: offen, viel Platz und oft gibt es keine klassischen Zäune, sondern es wurden natürliche Begrenzungen (z.B. Kakteenfeld) gewählt. Manchmal haben die Tiere auch die Möglichkeit  etwas freier herumzustreunen – aber sie bleiben in der Nähe ihres Geheges, weil sie dort Futter bekommen.

Nagasaki Bio Park 35

Die Nasenbären warten auf Futter.

Nagasaki Bio Park 28

Bestes Lama-Gehege ever! Da oben kommt man als Besucher nicht hin, es ist ein Rückzugsort für die Tiere. Und die Präriehunde wuseln dazwischen auch noch rum.

Capybaras im Onsen

Okay, ich muss mich direkt im Vorfeld entschuldigen: Jetzt kommt der fette Fotospam. Ich liebe Capybaras! Die Wasserschweine, eigentlich heimisch in Südamerika, lieben Wasser und Wärme und im Bio Park gibt es im Winter sogar eine eigene heiße Thermalquelle, in der sich die Capys aufzuwärmen können. Oft wärmen sie sich auch an einem kleinen Ofen.

Nagasaki Bio Park 34

Eingang zum Capybara-Bereich.

Nagasaki Bio Park 39

Genießer-Capybara

Capybaras sind verwandt mit den uns bekannten Meerschweinchen. Nur um einiges größer und schwerer. Das bekannte Maximalgewicht liegt bei enormen 91 kg!

Ihr Hauptnahrungsmittel besteht aus Gräsern und als Snack konnte man im Bio Park Bambus-Blätter für 100 Yen kaufen. Im Sommer gibt’s auch immer mal wieder Wassermelone als Highlight.

Affengehege

Huch, hier war es leider ein bisschen stressig und wild, aber irgendwie doch ganz lustig. Es gibt ein Affengehege, durch das man durchgehen kann (kein Muss!) und hier wohnen Totenkopfäffchen, die man füttern kann. Die Affen sind ziemlich flink und gewitzt – packt also alles lieber gut weg. Die wollten mir aus der Flaschenhalterung am Rucksack meinen Müll rausfummeln.

Nagasaki Bio Park 45

Weitere Tiere, die wir im Zoo sehen konnten:

Schafe und Kängurus

Lamas

Vögel und Flughunde

Waschbären & Erdmännchen

Nagasaki Bio Park 17

Lemuren

Nagasaki Bio Park 5

Los, trau dich und nimm dir die Rosine!

Essen im Nagasaki Bio Park

Im Park kann man sich den ganzen Tag beschäftigen. An verschiedenen Punkten gibt es Möglichkeiten Essen zu kaufen. Ihr könnt aber auch eigenes Essen mitbringen und im Park in den ausgewiesenen Bereichen verspeisen.

Nagasaki Bio Park Food 1

Kritik am Nagasaki Bio Park

Dass was den Nagasaki Bio Park so besonders macht, ist auch der größte Kritikpunkt: Das Verhalten der Tiere ist nicht mehr mit dem in der freien Natur zu vergleichen. Die Tiere im Park sind an Menschen gewöhnt und besonders darauf fixiert, da wir Menschen die Futterquellen sind. Die Tiere zeigen keine Berührungsängste gegenüber den Besuchern oder den Angestellten. Ohne das Lockmittel Futter würden die verschiedenen Tiere uns sicher nicht so nah kommen und der Spaßfaktor in dieser „Begegnungsstätte“ deutlich geringer ausfallen. Hier muss jeder für sich selbst ausmachen, ob er dies für sich vertreten kann.

Kritik an der Pet Animal World

Außerhalb des Parks gibt es noch Gebäude, für das man extra Eintritt zahlen muss: Die „Pet Animal World“ – kurz PAW. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, weil ich den Hundebereich sehen wollte, der auf Instagram sehr vielversprechend aussah. Aber ich möchte euch nach unserem Besuch davon abraten. Nicht ausschließlich wegen dem Hundebereich, sondern dem Bereich davor…

PAW 5

Außengelände für Hunde im PAW.

PAW 4

Tiere in der Pet Animal World (PAW)

Im PAW gibt es jeweils ein Zimmer für Katzen und Hunde, hier sogar mit Außenbereich. Eigentlich kann man es sich wie im Katzencafé vorstellen. Dann gibt es noch das große Hauptzimmer und hier sind lauter Kleintiere wie Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Chinchillas, Mäuse, Schildkröten, verschiedene Vögel, Igel, Eulen, Geckos und Schlangen untergebracht. Die Tiere wurden völlig bunt zusammengemischt und die viele Tiere haben sich ruhige Ecken gesucht. Bei unserem Besuch waren auch super viele Menschen im Gebäude und ich war ziemlich entsetzt, wie es hier läuft.

Zu den Katzen habe ich nicht geschaut, bei den Hunden waren wir aber direkt nach der Ruhepause drin. Zwar gab es hier Regeln, dass man die Tiere z.B. nicht jagen und festhalten soll, aber die Kinder und ihre Eltern haben sich nicht drum gekümmert. Allerdings beruhigte es sich relativ schnell und damit wurden auch die Hunde deutlich ruhiger und suchten bereitwillig den menschlichen Kontakt. Es waren verschiedene Rassen und die meisten waren wirklich aufgeschlossen. Der große Akita lag bald irgendwann ziemlich gechillt auf dem Boden und schien ziemlich zufrieden mit sich und den 5 Kindern, die ihn gleichzeitig streichelten. Ich hab mich einfach ruhig auf eine Bank gesetzt und nach kurzer Zeit lag dann ein Hund auf meinem Schoss. Freddie tastete sich langsam ran und schlief bald eingerollt auf mir, bis wir gehen mussten.

Der Hundebereich war für mich okay, das Problem waren meiner Meinung nach vor allem, dass zu viele Menschen gleichzeitig hineingelassen wurden und die Familien einfach keine Ahnung von Tieren zu haben schienen.

Informationen & Anreise zum Nagasaki Bio Park:

  • Eintrittspreis: 1.700 Yen
  • Kombi-Ticket mit PAW: 2.000 Yen
  • Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass um 16 Uhr
  • Adresse: Nagaski Bio Park, 2291-1 Nakayama-gou, Seihi-cho, Saikai-shi,
    Nagasaki-Pref 851-3302, Japan
  • Website: biopark.co.jp
  • Instagram: @ngsbiopark

Am einfachsten und am flexibelsten ist der Besuch mit dem Auto. Ab Fukuoka benötigt man ca. 70 Minuten, ab Nagasaki Flughafen ca. 50 Minuten.

Mit dem Zug ist es etwas unflexibler: Ab der Station „Huis Ten Bosch“ fährt ein kostenloser Shuttle-Bus zum Bio Park. Dieser muss im Vorfeld per E-Mail reserviert werden und er fährt drei Mal täglich vor dem Hotel „Lorelei“ ab.  Von Fukuoka und auch ab Nagasaki benötigt man mit dem Zug ca. 1,5 Stunden bis nach Huis Ten Bosch. Da der Zug zu JR gehört, kann man diesen mit dem Japan Railpass ohne Zusatzkosten nutzen. Der Bus benötigt ca. 45 Minuten bis zum Bio Park.

Alle Infos zum Reservieren und den Fahrtzeiten des Pendelbusses findet ihr auf der Website vom Park. Um die Fahrtzeiten und genauen Verbindungen von den Zügen zu prüfen, nutzt Hyperdia.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann teile ihn auf Pinterest:

Nagasaki Bio Parl Pinterest 2

Nagasaki Bio Park Pinetrest

 

Advertisements