Japanische Küche – mehr als nur Sushi!

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Ihr wisst gar nicht, wie oft die Leute davon ausgehen, dass ich der größte Sushi-Fan der Welt bin, nur weil ich eben öfters nach Japan fliege. Folgenden Dialog hab ich in der Form wahrscheinlich schon mehrere dutzende Male geführt:

„Und dann war ich in diesem neuen Sushi-Restaurant – kennst du bestimmt, oder?

„Ich ess kein Sushi.“

„Waaaas? Aber du fährst doch so oft nach Japan! Du magst bestimmt den Fisch nicht!“

„Nein, ich liebe guten Fisch.“

„Dann magst du bestimmt die Algen nicht, oder?“

„Nein, ich mag Nori.“

„???“

„Ich mag den Geschmack des Essigs nicht, mit dem der Reis angemacht wird…“

„Aber wenn du kein Sushi isst, was isst du DANN in Japan?“

Auch wenn es vielen schwer fällt es zu glauben: ja, in Japan essen die Menschen noch viel mehr als nur Sushi.Ja, wirklich!

Ich bin jedenfalls ein sehr pingeliger Esser, meine Familie kann davon echt eine Leidens-Hymne singen. Die Steffi mag dies nicht, und jenes nicht und dies übrigens auch nicht. Ich muss sagen, es ist in den letzten zehn Jahren schon um einiges besser geworfen, denn in einer eigenen Küche probiert man doch mehr aus, als das was einen die Eltern immer so vorsetzen. Aber in Japan bin ich nie hungrig geblieben. Selbst an den Orten, wo ich davor Angst hatte und mir dafür extra Snacks aus den Conbini eingepackt habe. Und wenn ich satt werde, dann werden es die meisten anderen Leute auf ihrem Japan-Trip auch. Diese Auflistung ist natürlich nicht vollständig, sondern zeigt nur die Dinge, die ich besonders gerne esse.

Nudelsuppen: Ramen und Udon

Vom Geschmack her doch ziemlich unterschiedlich, aber verdammt lecker: die japanischen Nudelsuppen. Die Udonsuppen haben die dicken Udonnudeln und eine relativ leichte Dashibrühe, während die dünneren Ramen in unterschiedlich dicken Fleischbrühen schwimmen. Und preislich? Gar nicht mal so teuer. Meistens bekommt man die Suppen deutlich unter 1.000 Yen. Es geht auch günstiger, nämlich dann, wenn man sich ein Mittagsmenü aussucht – dann ist meistens sogar noch die ein oder andere Beilage dabei. Das tolle an japanischen Restaurants ist auch, dass man immer kostenlos Wasser und/oder Tee bekommt und zwar ohne Nachfrage. So spart man sich immer noch die Kosten für ein zusätzliches Getränk.

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Ein kleines Restaurant auf Ishigaki (Okinawa): hier werden sogar die Nudeln selbst gemacht!

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Ramen im Kyoto Hauptbahnhof Restaurantbereich: Suppe und Gyoza waren zusammen bei 1.200 Yen am Abend

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Wärmende Suppen nach einem Regentag in Osaka mit einer japanischen Freundin

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Noch mehr Ramen aus Okinawa: Ganz anders als im restlichen Japan, aber super lecker!

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Ramen in Kanazawa: dazu Karaage und Reis

Gyudon

Hunger, aber keine Lust lange zu warten, sich ewig in ein Restaurant zu setzen und überhaupt soll es schnell gehen? Dann ist mein Lieblingsort immer eines der japanischen Fastfood-Läden: Sukiya, Matsuya oder Yoshinoya. Dort gibt es für verdammt wenig Geld Essen, dass verdammt satt macht. Für ca. 2,50 Euro gibt es bereits eine kleine Portion Gyudon. Gyudon ist ein Donburi (= Gericht mit Reis in einer Schüssel) und über dem Reis ist dünn geschnittenes Fleisch mit Zwiebeln in einer Sojasaucen-Marinade. Und ich sag euch: es ist das beste Fastfood der Welt.

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Kleiner Gyudon-Laden auf Ishigaki (Okinawa) mit Fleisch von glücklichen Kühen

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Weitere Donburi

Natürlich gibt’s nicht nur Gyudon als Donburi, sondern noch viele weitere Gerichte aus der Kategorie. Reis ist eben doch die schnellste Art in Japan satt zu werden und dachte ich vor ein paar Jahren noch, dass eine Schüssel weißer Reis langweilig ist, so seh ich das heute ganz anders. Nichts geht über eine Schüssel guten, weißen Reis!

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Auf diesem Donburi liegt eine Kartoffel-Krokette

Omurice

Hinter „Omurice“ verbirgt sich einfach nur simpler Bratreis, der von einem Omelette zugedeckt und eingewickelt wird. Klingt simpel? Ist es auch. Der Bratreis wird mit Ketchup „gewürzt“, aber es gibt auch andere Geschmacksrichtungen, die auch Braten- oder Bechamelsauen verwenden – aber ich lande trotzdem irgendwie immer beim Klassiker mit Ketchup.

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Übrigens: Omurice wird mit dem Löffel gegessen!

Japanisches Curry

Im letzten Blogbeitrag habe ich ja schon von Curry geschwärmt und euch empfohlen, in Japan mal zu Coco Ichiban zu gehen und dort Curry zu probieren. Meistens ist das auch nicht sooo teuer, aber verdammt lecker und macht richtig satt:

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Nudelgerichte

Unendlich viele Variationen und unterschiedliche Geschmäcker gibt’s bei Japans Nudelgerichten. Bisher wurde ich nie enttäuscht. Also probiert euch durch!

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Tempura

Tempura ist nur ein Oberbegriff für frittiertes Gemüse und Seafood. Hinter einer dünnen, knusprigen Pannade verstecken sich meistens Garnelen,  Fisch, Pilze, Kürbis, (Süß-) Kartoffeln, Aubergine und was grad Saison hat. Tempura sind meistens nur eine Beilage zu Nudelgerichten – und Suppen.

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Gyoza

Ürsprünglich kommen diese kleinen „Maultaschen“ aus China, aber Japan hat über die Jahre mal wieder sein eigenes Ding draus gemacht: Gyoza sind gefüllt mit Fleisch und bisschen Gemüse und dann gedämpft und gebraten und massiv lecker. Ich hab nicht mal wirklich viele Fotos von Gyoza, hab ich grad gemerkt. Ich inhalier die nämlich immer, sobald sie vor mir auf dem Tisch stehen. Ups. Gyoza sind übrigens auch eher eine Beilage, ich ess‘ aber meist einfach nur Reis dazu und dafür die doppelte Menge.

Für den Gyoza-Hunger empfehle ich die Kette: „Gyza no Osho“, wo es auch noch weitere chinesische Spezialitäten gibt. Auch der Imbiss „551 Horai“ ist zu empfehlen, denn hier gibt’s große Mengen Gyoza für wenig Geld. (Beispiel: 15 Gyoza für 450 Yen, ich bin ausgerastet und habe mich überfressen, ja). Leider gibt’s die nur in Osaka und drumherum.

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Okonomiyaki

Einmal pro Urlaub muss auch mal ein Okonomiyaki sein – und diese dicken Pfannkuchen sind nicht nur verdammt lecker, sondern auch für jeden Geschmack etwas, da man sie meistens auf einer heißen Platte am Tisch (= „Tepannyaki“) selber machen kann. Im Teig sind nur Kohl, Ei, Mehl und was man halt mag: Schwein, Hähnchen, Garnelen – alles geht. Dazu noch leckere dunkle Sauce, japanische Mayo und Bonito-Flocken und fertig ist ein leckeres Essen, dass am besten zusammen mit Freunden in geselliger Runde gegessen wird.

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Okonimiyaki

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Kein Okonomiyaki sondern Ei mit Mochi: super geil!

Übrigens alle diese Bilder sind im Fugetsu in Osaka (Umeda) gemacht, ein tolles Okonomiyaki-Restaurant, dass wir sehr gerne besuchen. Das Fugetsu befindet sich ziemlich weit oben in einem Einkaufzentrum in Umeda und hat auch Plätze an der Fensterfront – beste Aussicht, die man sich wünschen kann!

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Okonomiyaki-Restaurant · Hankyu 32-bangai SORANIWA Dining

Weitere Fleisch- und Fischgerichte

Eine bunte Sammlung an weiteren leckeren Gerichten, die ich jedem nur empfehlen kann mal zu probieren.

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Karaage (frittierte Hähnchen-Teile)

Tonkatsu

Ich liebe bereits das klassische Tonkatsu, aber mit Käse gefüllt? Es wurde inhaliert!

Kobe Fleisch

Das einzige Foto unseres Kobe-Rind, dass Micha und ich uns geteilt haben. Selbst im Mittagsmenü zahlten wir pro Person ca. 50 Euro – aber es war verdammt lecker!

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Yakiniku über den Dächern Akihabaras

Burger

Burger im Japan-Style

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Steckerlfisch gibt’s also nicht nur in Bayern!

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Fleisch-Spieße

Bentos und Supermarkt-Snacks

Ich liebe Japan besonders für das riesige Angebot an gutem, leckerem und günstigem Essen in Supermärkten. Wenn ihr auf das Geld achten müsst, dann kann ich euch nur ans Herz legen euch abends öfter in Supermärkten umzusehen. Einerseits werden viele Bentos und frische Produkte kurz vor Ladenschluss radikal reduziert und noch dazu, schmeckt’s richtig gut. Übrigens: im Supermarkt ist es auch günstiger als in den Combinis, falls ihr euch dies mal gefragt habt. Bento

Bento

Supermarkt Snack

Bento

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Ein Zug-Bento

Bento Hokkaido Cheese Mushipan

Noch ein Zug-Bento und Käse-Mushipan

Backwaren, Kaffee und weitere süße Snacks

Ich liebe süße Dinge, egal ob Kuchen oder andere kleine Snacks. Ja, in Japan sieht man das ähnlich und serviert die ganzen süßen Leckereichen auch optisch weitaus ansprechender als in Deutschland. Ihr wisst ja, dass Auge isst mit.

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Crepe, Crepe, Creeeepe!

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Ein Besuch im All-You-Can-Eat-Crepe-Laden-Zum-Selbstbelegen

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Momiji Manju Mijaima

Momiji-Manju auf Miyajima

Schokohörnchen

Pon de Ring

Mehr Pon de Rings!!

Honey Toast

Dieses absurde Toast-Monster nennt sich Honey-Toast. Der Toast-Würfel ist gefüllt mit Eis, Früchten und geröstetem Toast.

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Bestes Eis: Kakigori ist nur gehobeltes Eis mit Sirup gesüßt.

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Warmes Melon-Pan mit Vanille Eis

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Kuchen-Snack aus Matsuyama: Taruto gefüllt mit Bohnenpaste

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Ameyu – ein zuckersüßes, heißes Getränk aus Malz, Ingwer und Honig.

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Sushi

Natürlich gibt es in Japan auch Sushi und Running-Sushi Lokale gibt es hier ebenso wie bei uns in Deutschland. Wir schauen auch gerne immer wieder vorbei, z.B. im Kaio Sushi im „Diver City“ auf Odaibo – hier wird dein bestelltes Sushi nämlich auf kleinen Shinkasen geliefert, die vor die anhalten. Großer Spaß. Und für Sushi-Hater für mich gibt’s hier auch genug andere Leckerein, die satt machen.

Diver City Kaio Sushi

Diver City Kaio Sushi

Diver City Kaio Sushi

Bonusbild:

Erstes Essen in Deutschland nach drei Wochen Japan? Erstmal ne Leberkäs-Semmel und Schnittlauch-Breze. Vermiss man ja schon irgendwie.

Brezn und Lebkässemmel :)

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